Die „Englische Erziehung“ - nicht nur für Männer

Geschrieben von © induna • Freitag, 19. Februar 2010 • Kategorie: liebe an sich


englische erziehung

Ist die wahre Liebe mit der „strengen englischen Erziehung“ vereinbar? Oder noch genereller gefragt: Ist die Liebe eine Sache, die man der lustvoll agierenden Freundin oder der Ehefrau überlassen sollte, während man (Mann!) sich die geheimen Lüste der englischen Körperstrafen von einer Dame erkaufen sollte, die wirklich etwas davon versteht?

Frauen und Männer wollen manchmal "englisch erzogen" werden

„Ach, das ist doch alles Schnee von gestern“, sagte mir einmal eine sehr erfolgreiche, selbstbewusste und über alle Maßen überzeugende Frau, „sieh mich an – es hat Jahre gedauert, bis ich meinen Mann überredet hatte, mit mir mal ‚etwas härter‘ umzugehen.“ Nun wusste ich seit Jahren von ihren Neigungen, aber dass sie ihren Mann erst überreden musste, war mir neu. „Wie hast du ihn überredet?“, wollte ich wissen. Sie lächelte. „Auf dem Baumarkt – wir haben Seile gekauft und solche Sachen.“

Es ist also offenbar so, dass nicht nur Männer die Lust spüren, auf „englische Art erzogen“ zu werden, sondern dass es mittlerweile auch Frauen gibt, die sich gerne der sinnlichen Lust aussetzen, die damit offenbar verbunden ist. Nach einer Weile gestand mir diese Frau, dass es nicht die Schläge waren, die sie genoss, sondern die Situation, in der sie sich dabei befand.

Nach außen ein strenges Tabu: Englische Erziehung unter Paaren

historische englische flagellantenliteratur
Das Thema ist unter Frauen ebenso tabuisiert wie unter Männern. Kein Mann prahlt am Stammtisch damit, sich einer Frau zu unterwerfen – auch nicht spielerisch, und keine Frau sagt beim Kaffeekränzchen, sie lechze danach, von einem Mann ans Bett gefesselt zu werden, um sich mit einer Gerte schlagen zu lassen. Frauen, die selber kleine Studios im Gewölbekeller für den privaten Gebrauch eingerichtet haben, erröten auch heute noch – selbst, wenn sie deutliche Zeichen der „Szene“ tragen. Dabei erfährt man dann so nebenbei, dass die Prügelböcke und andere Flagellationsmöbel nicht nur für den Eigenbedarf angeschafft wurden – ab und an würden Damen kommen, die aus Sicherheitsgründen von einer Frau in die Materie eingeführt werden wollten – bei Männern vermuten Anfängerinnen manchmal echte Sadisten, und deshalb …“ … nun den Rest könnt ihr euch denken.

Ich konnte übrigens niemals erfahren, warum die Damen danach lechzten, solche Einführungen zu bekommen – selbst meine gewöhnlich wenig zurückhaltende Gewährsfrau schwieg darüber. Allerdings weiß man, dass es außer traditionellen BDSM-Kreisen auch solche homosexueller Natur gibt. Doch die lesbische Flagellation ist immer noch ein besser gehütetes Tabu als jede andere Form der Schläge in Paarbeziehungen.

Überhaupt Tabu: Auch Hetero-Paare die einander aus Liebe auch Schläge als lustvolle Aufmerksamkeit zukommen lassen, sind seltsam zurückhalten, wenn man sie auf das Thema anspricht. „Es habe sich so ergeben“, sagen sie, wenn man sie nach den Gründen für ihre Neigungen fragt. Mache erröten ein wenig, wenn man sie nach ihren Empfindungen fragt, sagen aber lieber nichts darüber. „je mehr die Paare ihre internen Geheimnisse wahren, desto sicherer sind sie, dass ihr emotionales Gefüge unangreifbarer bleibt“, sagte mir eine Psychologin dazu, die wusste, wie sensibel das Gleichgewicht zwischen sanfter und harter Lust in derartigen Beziehungen ist.

Was ist aber nun so „englisch“ an dieser Form der Erziehung?

geschichten über englische erziehung: sehr populär
Das „Schlechte“ kommt ja immer aus dem Ausland – und so, wie die Syphilis lange Zeit „Franzosenkrankheit“ genannt wurde, nannten die Autoren des späten 19. Jahrhunderts die erotische Flagellation zunächst das „englische Laster“, und dann die „englische Erziehung“. Ihre Ursprünge gingen keinesfalls, wie so oft vermutet, auf die „offiziellen“ Prügelstrafen im Schulwesen zurück, sondern auf sehr inoffizielle: Im Ursprung waren es die Londoner Flagellationsbordelle, von denen das berühmteste Miss Theresa Berkley gehörte, die mit ihrem Bordell ein Vermögen machte. Ihre Spezialität bestand darin, besonders frische Ruten und zahllose andere Züchtigungsinstrumente für die Herren bereitzuhalten. Auch verfügte sie über eine besondere Einrichtung, das „Berkley Horse“, die es ermöglichte, die Herren zugleich zu schlagen und durch eine „Friktix“ oral befriedigen zu lassen.

Der Boom der englischen Erziehung

moderne flagellantenliteratur aus england
Ende des neunzehnten Jahrhunderts gab es solche Dienste auf der ganzen Welt, teils in Bordellen, teils aber auch auf privater Basis. Da man damals in den „Gazetten“ keine „einschlägigen“ Annoncen erlaubte, musste die wahre Absicht verschleiert werden: Üblich war, „hübsche, konsequente Englischlehrerin unterrichtet geneigte Herren“ oder dergleichen. Auf diese Weise wurde die „englische Erziehung“ zum geflügelten Wort und die „strenge Englischlehrerin“ zur Domina des Bürgertums.

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Die geheimen Veröffentlichungen erotischer Werke Ende des 19. Jahrhunderts umfassen eine umfangreiche Liste von teils anspruchsvollen Werken, die sich mit der Flagellation beschäftigen. Zumeist wird dort allerdings nicht von Bordellen erzählt, sondern von besonderen Situationen, in denen Bedienstete, Bürgerfrauen oder Zöglinge in Internaten mal lustvoll, mal peinvoll geschlagen werden. Das Schlagen von Gentlemen wird zwar gelegentlich beschrieben, es handelt sich dann aber zumeist um Zöglinge. Die Ladies schlagen entweder ihre Bediensteten, von denen sie zumeist in einer vielfältigen, lesbisch getönten Beziehung verbunden sind. Nur „gefallene Frauen“ und weibliche Bedienstete werden von Männern geschlagen. Wie in der englischen erotischen Literatur des 19. Jahrhunderts üblich, wurde die latente männliche Homosexualität dabei nur angedeutet, während weibliche Homosexualität auch in der Flagellantenliteratur eine große Rolle spielte – dies hat sich übrigens bis heute nicht geändert, denn nach wie vor gibt es eine flagellantische Internatsliteratur, in der die jungen Frauen untereinander allerlei erotisch-flagellantische Abenteuer miteinander erleben.

Nach wie vor ein Mysterium - lustvolle englische Erziehung

Heute ist die Situation eigenartig: So gut, wie alle Menschen reden von „Dominas“, doch wie die tatsächlichen Empfindungen der aktiven wie passiven Flagellanten „aus der Innenansicht“ aussehen, ist kaum bekannt. Die „englische Erziehung“ bleibt also ein Mysterium, das sich nicht allen Menschen öffnet. „Du musst es nicht nur erleben wollen, du musst es lieben können“, sagte mir einmal eine Dame, die es wissen muss.

Die Bücher:

Das Buch im Titel ist gegenwärtig nicht erhältlich, wir empfehlen statt dessen MISS von der gleichen Autorin. (Es könnte ein Mann geschrieben haben)
Stellas Unterwerfung hieß im Original "The Schooling of Stella" und erschien erstmals 1997 Autorin ist Yolanda Celbridge
Das Buch "Unter Peitsche und Stock" ist das einzige, das bei Amazon unter "englische Erziehung" geführt wird, es es aber leider dürftig geschrieben.
Das Buch "Beauty and Birch" ist eine Rarität, aber für diejenigen, die der englischen Sprache mächtig sind, unbedingt zu empfehlen. Wenn Sie eines erwischen: Kaufen.






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  1. Wem nützt eigentlich die Liebe? Na, werden Sie sagen, "der spinnt ja ganz schön". Kein Mensch fragt sich so etwas, nicht wahr? Nun, und wem schadet sie? Wohl auch kaum einem Erwachsenen, der sich seiner Verantwortung bewusst ist – solange er sie mit einem

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Sie wollen wissen, was Liebe ist? Erfahren Sie die Liebe in verschiedenen Situationen und mit unterschiedlichen Menschen, bevor Sie sich festlegen, was für Sie (und nur für Sie) Liebe ist.

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