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Partnersuche – gleich oder ungleich?

Wer nach präzisen Regeln für die Partnersuche fahndet, trifft bald auf ein Gewölle von Ungenauigkeiten. Die meisten psychologisch argumentierenden Autoren meinen, die homogame Theorie sei am wahrscheinlichsten. Nach ihr finden sich Partner(innen) nach dem Gleichheitsprinzip.

Die Ähnlichkeitsthese - historisch

Diese Theorie sagt aus, dass zukünftige Partner in erster Linie gleich sein müssten. Die Theorie wird durch den Volksmund gestützt, der sagt „Gleich und gleich gesellt sich gerne“. Auch im Englischen existiert ein ähnliches Sprichwort: „Birds of a feather flock together“. Doch reicht das als Begründung?

Keinesfalls, wenn man das 19. Oder auch den größten Teil des 20. Jahrhunderts ansieht. Denn zu jenen Zeiten war es relativ normal, in Kreisen zu heiraten, die ohnehin „ähnlich“ waren. Man kannte sich aus dem Freundeskreis, aus dem Viertel, wo man lebte, aus der Schule, oder aus dem Studium, das damals nur wenigen vergönnt war. Später entstanden viele Beziehungen aus der Berufstätigkeit. Es war also klar, dass man „einander irgendwie ähnlich war“.

Die Psychologie korrigiert ihre Meinung beständig

Es gibt also keine Beweise für diese These. Auch in der Psychologie wechseln die Ansichten häufiger, als seien Altbauwohnung tapeziert werden muss.

- Zu Anfang wurde der „Gleichheitsgrundsatz“ als gegeben angesehen. Das hatte historische Gründe.
- Im Rahmen der „Einstufungen von Persönlichkeitsmerkmalen“ wurde versucht, Gemeinsamkeiten bei Paaren festzustellen.
- Davon übrig blieb, dass „existenzielle Persönlichkeitsmerkmale“ (Lebenseinstellungen) gleich sein sollten.
- Dann wurden Einschränkungen gemacht – nun heiß es, nur „beziehungsrelevante“ Aspekte, der Persönlichkeit sollten herangezogen werden. Allerdings gab es dafür keine verbindlichen Kriterien.
- Alternativ wurde ein Ähnlichkeitsprinzip vertreten und ein Ergänzungsprinzip (Konklusion).
- Gegen 2011 wurde erstmals die These vertreten, dass es nicht Persönlichkeitsmerkmale, sondern Fähigkeiten (Kompetenzen) sind, die für das Gelingen von Beziehungen nötig sind. (Durch Guy Bodenmann, Zürich).

Ungleich sein ist ein Prinzip des Menschseins, gleich sein die Ausnahme

Ungleich, also unterschiedlich zu sein, ist im Übrigen ein Prinzip des Menschseins und einer der Meilensteine der Evolution. Wer von Gleichheit spricht, unterschätzt, wie viele Aspekte die Persönlichkeit eines Menschen umfasst. Jedenfalls dann, wenn man täglich mit ihm zusammenlebt.

Was ist nun mit der gegenteiligen Annahme? Mindestens ebenso konfus. Der Begriff heißt „Heterogamie“ und sagt einfach aus, dass beide „unterschiedlich“ sind. Ursprünglich nicht einmal in der Persönlichkeit, sondern in Alter, Herkunft und Konfession. Die Annahme, dass unterschiedliche, eventuell sogar konträre Persönlichkeitsstrukturen gegen eine Ehe sprechen, stammen aus der Feder von Psychologen. Der Volksmund gibt gerne seinen Senf dazu und sagt: „Gegensätze ziehen sich an“ - je nachdem, wie die Beziehung verläuft.

Die einzige Regel: Wisse, was du tust, wenn du heiratest

Das Problem dabei ist – wie auch bei der „Homogamie“ – die unscharfe Definition von Gleichheit und/oder Ungleichheit. Auch bei „Ungleichheiten“ sollte also überlegt werden, ob sie für die Beziehung nützlich, schädlich oder bedeutungslos sind.

Generell gilt:

Eine Beziehung kann durch, trotz oder völlig unabhängig von Gleichheiten oder Verschiedenheiten gelingen. Wichtig ist allein, die Unterschiede einerseits und die Gleichheiten andererseits zu kennen und damit umgehen zu können.

Mit großer Wahrscheinlichkeit beruhen nahezu alle Ehen, die lange halten und glücklich sind, darauf, einander zu ergänzen. Wer mag, kann dies als eine Win-win-Situation bezeichnen.

Firmen gründen und Ehen begründen

Ein Beispiel off Topic: Ein Ingenieur hat eine Idee für ein innovatives Produkt. Um es zu vermarkten, braucht er einen Kaufmann. Also gründen beide zusammen eine Firma. Wenn beide guten Willens und jeder auf seinem Gebiet kompetent ist, gelingt die Gründung.

Ein Ehe zu begründen, bedeutet möglicherweise wesentlich mehr - aber eine gute Voraussetzung ist stets, sich gegenseitig zu ergänzen.

Eine der Quellen: Liebesbeziehungen, sowie zahllose Bücher und Internetquellen, die ich im Lauf der Zeit sammelte.

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