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Verhandeln über Sex – das neue Wertesystem

Ja, aber wie sage ich, was ich will?
Vor dem Sex werden die Bedingungen ausgehandelt – so jedenfalls wird oft behauptet, und nicht selten wird es vehement gefordert. Was dem einen gruselig und vielleicht etwas „unanständig“ vorkommt, ist für den anderen selbstverständlich und notwendig.

Das Konzept dahinter heißt „Consensual“ und „Consensual“ bedeutet, alle Aktivitäten müssen (wenigstens grob) abgesprochen werden.

Bürgertum: Eheschließung war die sexuelle Flatrate für Männer

Im Lauf der Menschheitsgeschichte kann man als „kulturabhängig“ bezeichnen, ob „Absprachen“ nötig, möglich oder erwünscht waren. Für Frauen der bürgerlichen Epoche war „selbstverständlich“, dass sie sich dem Ehemann „hinzugeben“ hatten, wann immer es ihn lüstete. Das Einverständnis dazu wurde sozusagen „mit der Eheschließung erkauft“.

Nur mit dem Liebchen wurde verhandelt

Verhandelt wurde nur im Bürgertum nur mit Frauen, die sich einen finanziellen Vorteil von außerehelichen Beziehungen versprachen. Und dies unabhängig davon, ob sie verheiratet oder ledig waren und ob die Vereinbarung für Jahre oder für eine einzige Liebesnacht gelten sollte.

Entdeckungsreise bis zum Stopp: Das "Nein" der frühen Jahre

Als bürgerliche Ehen nicht mehr „arrangiert“ wurden, sondern die „Liebesheiraten“ aufkamen, wurden ungeschriebene Regeln für die Balz üblich. Die Populärste war, dass der Mann seine Freundin so lange und soviel intim berühren dufte, bis sie sich weigerte, „noch weiterzugehen“. Ließ sie den Geschlechtsverkehr selbst zu, tat sie dies meist in Erwartung einer baldigen Ehe.

Das Ende der Modells "die Frau ist passiv"

Erst Ende des 20. Jahrhunderts traten verstärkt Frauen auf, die entweder von sich aus verführten, um schnell und problemlos ihre Lust zu befriedigen, oder die dies taten, nachdem sie Vereinbarungen mit ihren „Dates“ getroffen hatten.

Im Prinzip galt das Konzept, die Möglichkeiten und Grenzen für den Sex spätestens zu verhandeln, nachdem klar wurde, dass die Bekanntschaft im Bett enden würde. Es mag sein, dass der Schutz vor Krankheiten (Kondomgebrauch) der Auslöser war, überhaupt vorher miteinander zu reden. Tatsache scheint aber zu sein, dass die Frauen sozusagen „Verhandlungsführer“ wurden. Ein weiterer Grund liegt ohne Zweifel daran, dass Frauen inzwischen wussten, welche Aktivitäten ihnen am meisten Lust bereiteten und sie diese mindestens ansatzweise auch einforderten.

Inzwischen ist es nicht mehr ungewöhnlich, sich zu sexuellen Wünschen und Vorlieben zu äußern, zumal im Grenzbereich der „Kurzzeitbeziehungen“.

Das neue Wertesystem: Nein ist Nein, Ja wird verhandelt

Klar dürfte sein: Das neue Wertesystem hat viel mit der Emanzipation der Frauen zu tun, die ihre Sexualität wesentlich selbstbewusster (und teils fordernder) an den Tag legen. Es hat weniger mit aktuellen Pressetrends um das „Nein“ oder „Ja“ zu einer sexuellen Beziehung zu tun. Da wird schamlos vereinfacht, um auch noch den dümmsten Mann zu erreichen, der angeblich kein „Nein“ versteht. In Wahrheit ist „Ja“ gar nicht „Ja“, sondern immer „Ja und ich möchte„„.“

Manchem werden sich angesichts solcher Überlegungen die Zehennägel heben. „Verhandlungen über sexuelle Praktiken?“ Solche Sätze gehören doch in den Bereich der Prostitution?

Nein, es ist keine Prostitution

Nun ist „Prostitution“ an sich ein klar umrissener Begriff, denn dazu ist nötig, dass eine Frau wahllos und ohne eigene lustvolle Erregung sexuelle Handlungen an anderen Menschen gegen eine unmittelbare, auf die Handlung bezogene Bezahlung vornimmt.

So jedenfalls ist die Theorie, und wie bei jeder Theorie, ist die Praxis differenzierter – doch was bleibt, ist das Fehlen der eigenen Lust und das das Erdulden von sexuellen Handlungen, die mit Geld oder Geldeswert kompensiert werden.

Wie "Beziehungen gegen Geld" schöngeredet werden

Nachdem nun klar sein dürfte, wo die Unterschiede zwischen „Prostitution“ und „der Verhandlung über gegenseitige Lustgeschenke“ liegen, will ich erwähnen, dass es einen „Graubereich“ gibt. Die neue Forderung, „Sex zuvor zu verhandeln“ wird dabei ganz bewusst nutzt, um „Sex gegen Zuwendungen“ zu verschleiern und die „Sex gegen Geld“ Beziehungen „schönzureden“.

In diesem Bereich wird verschleiernd behauptet:

1. Es ginge gar nicht um Sex, sondern um eine Beziehung. Dabei sei ja normal, die Partnerin auch finanziell zu unterstützen. Im Grunde müsse man gar kein Wort darüber verlieren – es sei eine Beziehung wie jede andere auch. Dabei wird ignoriert, ob, und falls ja, wie viele Parallelbeziehungen aufgenommen werden, um genügend Geld einzuheimsen.
2. Die Beziehung zu einem Mann, auch wenn sie sexuell sei, könne niemals Prostitution genannt werden, auch dann nicht, wenn er offenkundig Geld dafür zahle. Schließlich müsse sich die Frau ja auch zur Verfügung halten und könne deshalb kaum einem anderen Broterwerb nachgehen.
3. Selbstverständlich basiere die Beziehung in erster Linie auf Liebe. Das Geld sei nur eine Zugabe zum Lebensunterhalt. Das ist die übliche Lesart, um davon abzulenken, dass die Beziehung ohne die ständigen Geldzuwendungen sofort abgebrochen würde.


Fazit

Nur, wer ein scharfes Auge und einen wachen Verstand hat, wir die Trennlinien erkennen. Und so viel ist sicher: Diese Grenze wird dann und wann auch von manchen „ehrbaren“ Frauen überschritten, die offiziell „Pfui Teufel“ dazu sagen würden.

Was ist Verführung?

Eva bietet die Frucht vom Baum der Erkenntnis an
In kaum einem deutschsprachigen Lexikon findet ihr einen neutralen, wissenschaftlich haltbaren Satz darüber, was eigentlich eine „Verführung“ ist. Die generelle Haltung zur Verführung ist mit Vorurteilen und Ideologien besetzt, sodass am Ende etwas herauskommt, was mit hochgehaltenem Zeigefinger verkündet werden kann.

Weil es so populär ist, beginne ich mal mit WIKIPEDIA. Dort heiß es:

Verführen (substantiviert Verführung, auch Verlockung oder Seduktion) bedeutet, jemanden gewaltlos so zu „manipulieren“, dass er etwas tut, was er eigentlich nicht wollte oder sollte (zum Beispiel, sich regelwidrig zu verhalten, sich sexuellen Handlungen hinzugeben, eine Religion anzunehmen, etwas Bestimmtes zu kaufen).

Einige Zeilen später, und etwas aus dem Zusammenhang gerissen heißt es dann:

Mit Verführungskunst bezeichnet man alle kommunikativen Strategien und Handlungen, mit denen eine Person eine andere Person für sexuelle Handlungen gewinnt.

Klischees aus der Vergangenheit - die schwache Frau wird verführt

Dabei ergeben sich gleich drei Fragen:

1. Behauptet wird, die Verführung geschähe in der Absicht, jemanden zu etwas zu bewegen, was er „eigentlich“ nicht wollte. „Wollte“ die Person es wirklich nicht? Oder traute sie sich nicht? Wagte sie es nicht?
2. Die sogenannte „Verführungskunst“ ist eine Anleitung zur Verführung. „Verführen“ (oder verlocken, verleiten) ist aber – zumindest auf sexuellem Gebiet - eine natürliche Ressource, also kein „erlerntes Verhalten“. Natürlich kann diese Ressource „manipulativ“ eingesetzt werden – aber das würde Bände füllen. Lassen wir’s also. Fragen wir lieber: Was ist an der Verführung „natürlich“, wie wirkt die „Verstärkung“ natürlicher Prozesse und ab wann kann man von einer „Machenschaft“ sprechen?
3. Kein Wort darüber, dass „Verführung“ sowohl negative Aspekte als auch positive Aspekte hat. Etwas tun zu wollen, aber sich nicht zu trauen dies dann auch wirklich auszuführen, ist ein guter Grund, sich dazu verführen zu lassen. Was also ist die positive Seite der Verführung?

Zwei Quellen für die Einseitigkeit: Religion und veraltete Sichtweisen
Der angebliche Verursacher: Hi, Eva, wie wär's mit 'nem Apfel?
Die Tendenz, das Wort „Verführung“ negativ auszulegen, hat zwei Quellen: Religiöses Schrifttum und die Annahme, die Person, die verführt wird (oder sich verführen lässt), sei willensschwach, während die zweite Person sie mit dem starken Willen bezwingen würde.

Dazu schreibt Büchner (1890):

Verführung sei einen von der Heerstraße der himmlischen Wahrheit und dem Wege der Tugend abbringen, und in Abwege der Sünden und Laster, ja zeitliches und ewiges Verderben stürzen.


Andere verweisen auf die Verführungen durch Satan in Gestalt einer Schlange (die Eva verführte), auf Casanova und Faust (wieder mithilfe des Satans).

Und so stehen wir vor dem Dilemma, völlig einseitig, und zudem äußert negativ von den Erläuterungen beeinflusst zu werden. Inwieweit dieses Vorgehen Fahrlässigkeit oder gar Manipulation ist, müssen die Autoren entsprechender Artikel selbst verantworten.

Seltene Lichtblicke: Die Natur spielt die erste Geige

Indessen gibt es Lichtblicke. Im englischen Wikipedia finden wir einen sehr lange Abschnitt darüber, dass sexuelle Verführung weder negativ noch manipulativ ist. Man beruft sich auf neuere Forschungsergebnisse und greift nun sogar auf die Naturphänomene zurück.

Ich zitiere daraus auszugsweise (1):

Sowohl Männer als auch Frauen setzen die Strategie der Verführung ein, um ihre sexuellen Beziehungen auszuhandeln. Dies beruht in erster Linie sowohl auf das physische Verlangen wie auch auf der Anziehungskraft der Geschlechter. (Die Personen, die so handeln) wenden dies oft unbewusst an und berichten lediglich über die Gefühle und Gedanken, die sie subjektiv erlebt haben und die … umgangssprachlich mit „Anziehung“ oder „Liebe“ vergleichbar sind.
Des weiteren führen die Autoren aus, dass Verführungen im Grunde nichts weiter sind als der Ersatz für die Balz der Säugetiere. Die Absicht ist,

Dass diese Form der sexuellen Verlockung verwendet werden kann, um gewünschte Personen zum Geschlechtsverkehr und letztendlich zur Fortpflanzung zu bewegen. Dieses Verhalten zielt auch darauf ab, jemanden zu überreden, eine kurzfristige oder langfristige sexuelle Beziehung zu ihm aufzubauen.
Wobei wir endlich wieder bei der Natur sind. In ihr ist die Verführung das einzige Mittel, um zum erwünschten Ziel zu kommen - wobei wir selbstverständlich etwas kompliziertere Bedingungen vorfinden als bei Katzen und Katern. Aber das Prinzip ist gleich: Nur, wer im Prinzip bereit ist, ist auch verführbar, was letztlich bedeutet:

Jeder ist verführbar, nur nicht jederzeit und nicht von jedem.
Unseren Sophisten und allen anderen moralisierenden Schwätzern kann ich nur raten, einmal vom hohen Ross hinabzusteigen.

Verführung zu Liebeslüsten ist kein Teufelswerk, sondern ein Werk der belebten Natur.

(1) Übersetzung und Kürzungen durch den Autor.

Was erklärt Liebe wirklich?

Liebe hat viele Namen
Liebe kann man rein wissenschaftlich aus mindestens drei Perspektiven sehen: psychologisch, neurobiologisch oder ökonomisch. Daneben gibt es zahlreiche andere Sichtweisen, wie etwas Philosophie, Soziologie oder Anthropologie. Da Wissenschaftler gerne ihr Süppchen kochen, ohne jemals einen Blick in die Nachbarküche geworfen zu haben, denken sie eindimensional. Das heißt, alles was Sie beforschen und alle ihre Vorgänger derselben „Fakultät“ beforscht haben, geht mit allen Annahmen und Spekulationen die nächste Generation von Forschern über.

Selbst in den Wissenschaften, in denen unzweifelhaft über Fakten geredet wird, werden oft erhebliche Scheuklappen getragen. Was dort ermittelt wird, beforscht wird, ist zumeist Fakt – die möglichen Auswirkungen sind auch beweisbar - und dennoch machen sie ihre Rechnungen ohne den Menschen auf, der liebt.

Das ist der Grund, warum es keine Grundlagenforschung in der Liebe geben kann. Ich will nur einen Umstand nennen: Kein Forscher ist in der Lage, wirklich und wahrhaftig zu beschreiben, wie die Botenstoffe (der mächtigsten Liebesfaktoren überhaupt) das individuell Denken und Fühlen beeinflussen. Das liegt unter anderem daran, dass kein Forscher einen Zugriff auf die Denkprozesse hat, die dabei wirksam werden.

Empfehlenswerte Artikel von Jane Hergert

Ungeachtet dessen empfehle ich zwei Artikel, die ich jüngst auf Blogs fand: Sie stammen von Jane Hergert und sie erklären zunächst aus der Sicht verschiedener Psychologen und Neurobiologen, wie wir uns die Liebe erklären könnten.

Ein Teil der Kommentare zeigt mir, wie viele Menschen noch so verbohrt sind, die Liebe zu idealisieren, statt sie aus verschiedenen Winkeln zu beleuchten und dabei zu einer eigenen Erkenntnis zu kommen. Ich bin sehr gespannt darauf, was wir von Frau Hergert noch erfahren werden.

Übrigens könnt ihr auch bei SEHPFERD ein umfassendes Bild der Liebe und der Beziehungen bekommen. Es ist noch nicht ganz fertig, aber wir arbeiten daran, alles über Liebe und Beziehungen einzusammeln, zu vereinfachen und zu veröffentlichen.

Männer, Hände, Zungen und Vibratoren

Keine Zunge kann es so gut ...
Die Frage, welche Berührungen Frauen die meiste Lüste schenken, scheint beantwortet zu sein. Allerdings betrifft dies ausschließlich die „finale Belohnung“, also den Orgasmus. In verschiedenen Frauen- und Publikumszeitschriften jedenfalls wurde diese Frage inzwischen angeblich „ultimativ“ beantwortet.

Auslöser ist – wie im Medienzeitalter nicht unüblich – ein Buch. Es heißt „Scharfstellung: Die neue sexuelle Revolution - eine Sexualtherapeutin spricht Klartext.

„Klartext“ hat sie gegenüber MYSELF gesprochen. In der Frauenzeitschrift „für junge, selbstbewusste Frauen, die wissen wollen, was zurzeit angesagt ist“ finden wir den entscheidenden Satz (2):

Diese Dinger (1) sind inzwischen so gut, dass man sich nicht wundern muss, dass viele Frauen Schwierigkeiten mit dem Orgasmus haben, wenn der Mann sein Glück versucht. Ein Penis, eine Hand oder eine Zunge kommen da nicht mit.


Ansonsten geht es im Buch überwiegend um das, was „das Internet“ inzwischen an der Menschheit „angerichtet“ hat. Zitat Klappentext (3):

In therapeutischen Praxen häufen sich die Klagen Betroffener, deren Phantasien und Verhaltensweisen sich dermaßen verselbstständigen, dass sie dabei sind, alles, was ihnen bisher lieb und teuer war, zu gefährden. Wie verändert sich unser Sexleben und damit auch die Gesellschaft durch Netzpornos, Dating-Apps, Sex-Toys und käuflichen Sex?


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Die Frage ist, was daran ausschließlich aus den Beobachtungen der Therapeutin entspringt und was davon insgesamt in der Gesellschaft „ankommt“ – und natürlich auch, ob es „das Internet“ ist oder die Selbstsucht, die mithilfe des Internets beflügelt wird.

Und so bleiben Fragen offen … bis auf eine: Wird die Klitoris einer sensiblen Vibration ausgesetzt, und ist der Kopf frei für einen Orgasmus, dann ist die Wahrscheinlichkeit große, dass es auch einen gibt – oder gar mehrere.

Und da gibt es wirklich nur eine rhetorische Frage: Sex-Toys: Warum eigentlich nicht?
(1) Sex Toys
(2) Die Therapeutin Heike Melzer in MYSELF Oktober 2018
(3) Aus Klappentext und Verlagsankündigung.

Sex - einvernehmlich oder nicht?

Wahrscheinlich "con"
Anglizismen und Slangausdrücke aus Nischenbereichen der Sexualität gehen immer mehr in die deutsche Sprache über. Dagegen ist kein Kraut gewachsen. Umso mehr sollten wir wissen, wovon Menschen reden, wenn sie merkwürdige Worthülsen wie „CON“ oder Noncon“ gebrauchen.

Alle, die sich mit Liebe, Partnersuche und Sexualität aktiv oder passiv beschäftigen, sollten deshalb diese drei Kurzbezeichnungen kennen, die immer mehr Bedeutung bekommen:

Con, Noncon und Dubcon.


Diese Begriffe stammen aus der BDSM-Szene und sind von dort sowohl auf die erotische Literatur wie auch auf die Sprache der Feministinnen übergesprungen. Sie sind damit auch in der Alltagsrealität angekommen.

Was ist also „Con“?

Con steht für „Consensual“, auf Deutsch am besten mit „Einvernehmlich“ übersetzt. Die BDSM-Szene geht einen Schritt weiter und verlangt, dass die Aktivitäten „SSC“ (Safe, Sane, Consensual) also sicher, bei klarem Verstand und einvernehmlich) ausgeführt werden. Auch bei „Einvernehmlichem“ Sex wird davon ausgegangen, dass dieser weder mit psychisch labilen Menschen noch mit solchen unter extremem Drogeneinfluss ausgeführt wird.

Was ist „Noncon“?

Entsprechen ist „Noncon“ jede sexuelle Handlung, die nicht einvernehmlich ausgeführt wurde, die also auf irgendeine Art (Gewalt, Erpressung, Nötigung oder Drogen) herbeigeführt wurde.

Und was ist Dubcon?

Ein Kofferwort aus „Zweifel“ und „Einvernehmlich“ – das Wort wird für alle Aktivitäten verwendet, bei denen Zweifel daran bestehen, ob der Sex oder eine andere Aktivität wirklich oder kontinuierlich in Übereinstimmung ausgeführt wurde.

Liebesromane, Erotikromane, Realitäten

Die Basis der meisten Liebes- Erotik- und Sexromane besteht einem Konflikt zwischen Leidenschaft, Abenteuerlust oder Begierde kontra Sittsamkeit, wohlerhalten oder Moral. Doch nicht nur im Roman, auch in der Realität wägen die Menschen die eigenen Triebe gegen die Risiken des sozialen Abfalls, Ehrverlusts oder anderer Risiken ab.

Der Konflikt „Soll ich oder soll ich nicht?“ findet zwar im Inneren statt, kann aber von äußeren Umständen sowohl abgeschwächt als auch verstärkt werden.

Dabei tauchen zwei Probleme auf: da Erste liegt darin, dass sich die meisten Menschen verpflichtet fühlen, den einmal eingeschlagenen Weg auch konsequent zu Ende zu gehen, also „keine Rückzieher zu machen.“ Das zweite Problem liegt darin, dass die einmal entfachte Begierde durch körpereigene Drogen verstärkt wird, die den Rückzug umso mehr erschweren, je weiter die Begierde bereits vom Körper Besitz ergriffen hat.

Theoretisch könnte man sagen: „Konsens“ über die Lust miteinander und aneinander sollte idealerweise vor der Aktivität, während der Aktivität und auch noch nach Abschluss der Aktivität bestehen. Allerdings ist zu bezweifeln, ob Menschen unter der vollen Dröhnung der Neurotransmitter noch in der Lage sind, einen bewussten Konsens einzugehen.

Bild: Buchillustration, vermutlich aus einer Ausgabe eines Buches der Zwanziger Jahre. Zeichnung Anonym, Ausschnitt.