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    <title>die liebeszeitung (Artikel mit Tag nackt)</title>
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    <description>liebeszeitung online - für liebe, lust und leidenschaft</description>
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    <pubDate>Fri, 19 Jun 2026 14:10:22 GMT</pubDate>

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    <title>RSS: die liebeszeitung - liebeszeitung online - für liebe, lust und leidenschaft</title>
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    <title>Das Haus der Frau Berkley und der Herr Ashbee </title>
    <link>https://liebeszeitung.de/index.php?/archives/4736-Das-Haus-der-Frau-Berkley-und-der-Herr-Ashbee.html</link>
            <category>lust und begierden</category>
            <category>ungeklärtes und absonderliches </category>
    
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    <author>nospam@example.com (Ubomi Ulobi)</author>
    <content:encoded>
    &lt;em&gt;Eine mehrteilige Betrachtung über Wahrheiten und Mythen um die &quot;englische Erziehung&quot; und die Lust an erotischen Schlägen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &amp;#9200; Zu diesem Artikel gibt es eine neue, erweiterte  Version auf &lt;a href=&quot;https://sehpferd.de/index.php?/archives/2191-Was-ist-wahr-an-der-Geschichte-um-Frau-Berkley-und-ihr-Bordell-in-London.html&quot;&gt;sehpferd&lt;/a&gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Dritter Teil: Das Haus der Frau Berkley und der Herr Ashbee  &lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;/em&gt;Das Bordell der Theresa Berkley wurde von ihr vermutlich zwischen 1820 und ihrem Tod im Jahr 1836 betrieb. Im Jahr 1828 soll es ihr gelungen sein, ein neues Möbel für ihr Etablissement zu entwickeln, das man später das „Berkley Horse“ nannte. Neben ihren Fähigkeiten als Geschäftsfrau und Gouvernante soll es maßgeblich zum wirtschaftlichen Erfolg des Bordells beigetragen haben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Die mysteriösen Geheimnisse der Frau Berkley &lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Geschichte der Frau Berkley, wie wir sie heute lesen, wurde allerdings erst weit nach ihrem Tod im Jahr 1836 geschrieben. Nachdem ihr Bruder, ein Missionar, das Erbe aus moralischen Gründen ausschlug, fiel es an Berkleys Hausarzt Dr. Vance, der sich allerdings später weigerte, das Erbe zu verwalten. Soweit scheint es sich um Fakten zu handeln. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Bücher, Bilder und Fantasien um das Leben der Frau Berkley &lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Ab hier beginnt die Fantasie Wellen zu schlagen. Denn besagter Dr. Vance behielt angeblich Frau Berkleys Korrespondenz. Und die war in jeder Hinsicht spektakulär, weil es ja nicht einige „unbekannte Perverse“ waren, die das Etablissement besuchten, sondern hohe Beamte, Geschäftsleute und Adlige. Man konnte sich vorstellen, was passiert wäre, hätte Dr. Vance diese Briefe tatsächlich besessen oder gar öffentlich gemacht. &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Nachdem die mysteriöse Kiste mit den Briefen offenbar verschwunden war, fand sich angeblich ein Schriftsteller, aus dessen Feder die gesamte Legende entwickelt wurde. Dabei spielte auch ein Buch eine Rolle, nämlich die „Venus School Mistress“. Auch diese Annahme erwies sich als falsch.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
In die Welt gebracht wurde der Mythos von dem Schriftsteller Henry Spencer Ashbee (Pseudonym: Pisanus Fraxi), (1834 – 1900), der im Jahr 1877, also etwa 40 Jahre nach dem Ableben von Mrs. Berkley und fast 50 Jahre nach dem Erscheinen der Ausgabe des Buches, die Legende begründete.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Die angeblichen  „Memoiren“ der Theresa Berkley &lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was in den Schilderungen Ashbees auffällt, ist eine gewisse Doppeldeutigkeit. Einerseits schreibt er, dass die Memoiren der Theresa Berkley niemals veröffentlicht wurden, andererseits behauptet er aber auch, dass in diesen Memoiren eine Abbildung enthalten gewesen sie, die ihre Erfindung, das „Berkley Horse“ zeigte. Und er behauptete zudem, dass es eine ganz ausgezeichnete Abbildung des „Berkley Horse“ in einer der Ausgaben der „Venus School Mistress“ gab. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seither kursiert das Gerücht, das auf Ashbee zurückgeht, in zahllosen Schriften weiter – und es wird ständig aufs Neue abgeschrieben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Das Buch - die Venus School Mistress &lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Wie auch immer - die Geschichte der Memoiren von Frau Berkley ist frei erfunden. Werfen wir kurz einen Blick auf das Buch, das häufig als die „Memoiren der Berkley“ bezeichnet wird. Es ist eine relativ belanglose erotische Schrift, die dem Zeitgeist entsprach: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;&lt;strong&gt;Venus School Mistress; or, Birchen Sports. By R. Birch.&lt;/strong&gt;&lt;/em&gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;figure class=&quot;serendipity_imageComment_left&quot; style=&quot;width: 320px&quot;&gt;&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_img&quot;&gt;&lt;a class=&quot;serendipity_image_link&quot;  href=&#039;https://liebeszeitung.de/uploads/v_schcool_mstrs.jpg&#039;&gt;&lt;!-- s9ymdb:4214 --&gt;&lt;img class=&quot;serendipity_image_left&quot; width=&quot;320&quot; height=&quot;377&quot;  src=&quot;https://liebeszeitung.de/uploads/v_schcool_mstrs.jpg&quot;  loading=&quot;lazy&quot; alt=&quot;&quot;&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;figcaption class=&quot;serendipity_imageComment_txt&quot;&gt;Titel der Ausgabe von 1917&lt;/figcaption&gt;&lt;/figure&gt;Die Ausgabe von ca. 1810 ist möglicherweise die älteste, aber es soll eine zweite Ausgabe von 1820 geben, in der „vier Abbildungen“ enthalten sind. Zehn Jahre später gab es eine weitere Ausgabe unter dem gleichen Titel, die sich angeblich auf eine ältere Ausgabe bezog, diesmal eine von 1788. In der Ausgabe von ca. 1830 (1938) soll auch das „Berkley Horse“ zu sehen sein – mit Mrs. Berkley einer Frictrice und dem Berkley-Horse. Darauf kommen wir noch. Wer an der Geschichte des Buches interessiert ist, sollte den folgenden Abschnitt lesen. Er wirft viel Licht auf die Praxis der Veröffentlichung erotischer Schriften im frühen 19. Jahrhundert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dazu existiert folgende fast genau zutreffende Original-Recherche über den Ursprung (gekürzt):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;blockquote&gt;Venus-Schulmeisterin; oder Birchen Sports. Von R. Birch, übersetzt aus Manons Memoiren. Gedruckt für Philosemus und verziert mit einem schönen Druck. Preis 10 Schilling, 6 Pence. Wahrscheinliches Erscheinungsdatum 1808 bis 1810…. Es gibt eine weitere Ausgabe von ca. 1820, „mit 4 farbigen Tafeln“.Um 1830 druckte Cannon das Werk mit dem Titel &quot;Venus School Mistress; or Birchen Sports. Es wurde im Titel als ein „Nachdruck der Ausgabe von 1788“ bezeichnet und mit einem Vorwort von &lt;em&gt;Mary Wilson&lt;/em&gt; eingeleitet, das einige Hinweise auf Mrs. Berkley enthielt. London: „Gedruckt von John Ludbury, Nr. 256, High Holborn. Es enthielt fünf oder sechs faltbare farbige Tafeln und ein Frontispiz (nicht faltbar), die „Das Berkley-Pferd“ darstellt. W. Dugdale gab um 1860 eine Ausgabe mit Titeln wie oben heraus. &lt;/blockquote&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(Der Preis betrug also 10 Shilling und sechs Pence, was etwa dem heutigen Gegenwert von 75 GBP entsprach, ein Frontispiz (der Bildertitel) befindet sich dabei auf der zweiten, dem Titelblatt gegenüberliegenden Seite). Weitere Ausgaben erscheinen angeblich 1917 und das ging immer so weiter - stets wurde behauptet, man drucke die Ausgabe von 1788 nach. Als das Vorwort der angeblichen von &lt;em&gt;Mary Wilson&lt;/em&gt; dazukam, hieß es irgendwann „der verstorbenen Mrs. Berkley“, jedenfalls in der Ausgabe von 1917 (Nachdruck), die ich einsehen konnte. &lt;br /&gt;
&lt;figure class=&quot;serendipity_imageComment_center&quot; style=&quot;width: 620px&quot;&gt;&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_img&quot;&gt;&lt;a class=&quot;serendipity_image_link&quot;  href=&#039;https://liebeszeitung.de/uploads/vorwort_1.jpg&#039;&gt;&lt;!-- s9ymdb:4213 --&gt;&lt;img class=&quot;serendipity_image_center&quot; width=&quot;620&quot; height=&quot;781&quot;  src=&quot;https://liebeszeitung.de/uploads/vorwort_1.jpg&quot;  loading=&quot;lazy&quot; alt=&quot;&quot;&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;figcaption class=&quot;serendipity_imageComment_txt&quot;&gt;Wann auch immer der Text geändert wurde - die Jahreszahl 1788 im Titel ist falsch&lt;/figcaption&gt;&lt;/figure&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Täuschungen und Verwirrungen um Mary Wilson&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Interessant ist dabei, dass die Täuschungen mit dem Manuskript noch weitergingen. Die angebliche „Mary Wilson“, die ebenfalls als Bordellwirtin klassifiziert wurde, wird nämlich als Autorin eines sehr ähnlichen Buches genannt, „The Spirit Of Flagellation. Es wurde als „gedruckt und herausgegeben von Mary Wilson“ deklariert und enthält auch das gleiche Vorwort. Das Original soll angeblich von 1827 stammen, aber 1830 ist ebenfalls möglich. Jedenfalls wurde die Neuauflage angeblich 1892 veröffentlicht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie soll mit folgendem Text beworben worden sein: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;blockquote&gt;Da die meisten Werke zu diesem Thema vergriffen und äußerst selten sind, beabsichtige ich, sie in schneller Folge in einer Reihe von Bänden zu ersetzen, die mit der Gegenwart einheitlich sind. Herren, die eine Gouvernante benötigen, oder Damen, die in diesen Zweig der eleusinischen Mysterien eingeweiht werden möchten, können vertraulich mit den notwendigen Informationen versorgt werden, indem sie mit mir über die Buchhändler oder andere Agenten kommunizieren, die ihnen diese Arbeit liefern können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Maria Wilson.&lt;br /&gt;
1. Mai 1892.&quot;&lt;br /&gt;
&lt;/blockquote&gt;&lt;br /&gt;
Es handelt sich dabei um eine wirkliche, möglicherweise aber auch fiktive Bordellwirtin, deren Etablissement ihre Glanzzeit angeblich zwischen 1815 und 1830 hatte und die mit ähnlichen Attributen beschreiben wurde wie Frau Berkley. Auch diese „Information“ stammt von Ivan Bloch (nach Ashbee). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Ashbee und eine zweideutige Information &lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Jedenfalls behauptete Ashbee, auf der Frontispiz der &lt;em&gt;„Venus School Mistress“&lt;/em&gt; habe es eine Abbildung gegeben, die Frau Berkley, ihr wundersames Möbel, einen darauf festgebundenen Mann und eine &lt;em&gt;Frictrice&lt;/em&gt; zeige. Ashbee selber schrieb dann allerdings:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;Es gibt eine Darstellung in Mrs. Berkleys Memoiren. Sie zeigt einen Mann, der sich völlig nackt auf dem Chevalet befindet. Eine Frau sitzt auf einem Stuhl genau darunter, mit entblößtem Busen, Bauch und Schambereich und beschäftigt sich mit seinem Embolon, während Mrs. Berkley mit einer Rute auf sein Hinterteil einschlägt. Die weibliche Rolle als Frictrix nahm sich Miss Fisher, als Vorbild. Sie war eine schöne, große, dunkelhaarige Frau, an die sich jeder erinnern müsste, der in diesen Tagen die Charlotte Street besuchte. &lt;/em&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Wie der Mythos zementiert wurde&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Beschreibung der angeblichen Illustration in den „Memoiren“ ist heute noch in jedem Artikel zum Thema zu lesen: &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;blockquote&gt;Es gibt eine Abbildung in Mrs. Berkleys Memoiren, die einen beinahe nackten Mann darauf zeigt. Eine Frau sitzt in einem Stuhl direkt darunter, Hintern, Bauch und Scham entblößt, die den Mann mit der Hand befriedigt während Mrs. Berkley seine Rückseite mit Birkenruten bearbeitet. &lt;/blockquote&gt;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Wer dem Text glaubt, muss annehmen, dass Herr Ashbee tatsächlich die Memoiren der Theres Berkley gelesen habe, von denen er andererseits bestreitet, dass sie jemals veröffentlicht wurden. Und so beginnt die Legende vom „Berkley Horse“ tatsächlich mit Spencer Ashbee – aber sie endet nicht damit. In seinem Buch „Das Geschlechtsleben in England“ schreibt „Dr. Eugen Dühren“ (Der Arzt und Sexualwissenschaftler Iwan Bloch): &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;blockquote&gt;Pisanus Fraxi ließ (das Bild) in seinem „Index Librorum Prohibitorum“ reproduzieren. Nach dieser Reproduktion wurde das Bild wiederholt bei Hansen („Stock und Peitsche)“ und Eulenburgs „Sadismus und Masochismus“ (veröffentlicht.) Man findet das Chevalet auch auf modernen Flagellationsbildern. In Paris soll es währen der Weltausstellung von 1900 praktische Verwendung und viel Anerkennung bei Lebemännern gefunden haben.&lt;/blockquote&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da Iwan Bloch ein angesehener Arzt war, zweifelte später niemand mehr daran, dass beides Realität war – die Memoiren einerseits und das „Berkley Horse“, so wie es Ashbee gesehen haben wollte, andererseits. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Eine Klappleiter im Luxusbordell? &lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was uns nun noch fehlt, ist die Idee zur Zeichnung des angeblich „echten“ Berkley Horse, und wir finden sie erstaunlicherweise ebenfalls bei Iwan Bloch (wieder nach Ashbee):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;blockquote&gt;Die kuriose Einrichtung ihres Geschäftes bestand aus einer zusammenklappbaren Leiter, aus Riemen, Birkenruten, (und) Stechginsterbesen … (Die jungen Frauen) wurden auf verschiedene Weise flagelliert … (und) manchmal wurden sie an die Leiter gebunden.&lt;/blockquote&gt;&lt;br /&gt;
Diese Informationen stammen offensichtlich aus der Presse, weil die Betreiberin der „Akademie der Züchtigungen“, eine gewisse Sarah Potter, (auch Sarah Stewart genannt) angezeigt wurde. Ihre Gerätschaften landeten beim „Westminster-Polizeigericht“, und es ist überliefert, dass „die Öffentlichkeit davon erfuhr.“ &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Vorfall stammt allerdings (laut Bloch) aus dem Jahr 1863 – fällt also ungefähr in die Zeit von Ashbees Recherchen, was erneut Zweifel an seiner Glaubwürdigkeit nährt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Welchen Apparat hatte Frau Berkley wirklich erfunden?&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wer all dies gelesen hat, wird sich nun fragen: Wie hätte denn Frau Berkleys Erfindung „wirklich“ aussehen können? Diese Frage ist relativ einfach zu beantworten. Größer, höher, schwerer und dennoch flexibler. Wie er allerdings „genau“ aussah, wissen auch wir nicht - aber es gibt durchaus Hinweise. Und davon nun in der vierten Folge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;Quellen (unter anderem):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Art and Popular Culture: &lt;a href=&quot;http://www.artandpopularculture.com/Sexual_Life_in_England:_Past_and_Present&quot;&gt;Sexual LIfe in England&lt;/a&gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle Folgen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;a href=&quot;https://liebeszeitung.de/index.php?/archives/4734-Die-lustvollen-Strafen,-Frau-Berkley-und-ihr-geheimnisvolles-Pferd.html&quot;&gt;Körperstrafen und Definition&lt;/a&gt; - Körperstrafen (Definitionen) &lt;br /&gt;
&lt;a href=&quot;https://liebeszeitung.de/index.php?/archives/4735-Eintauchen-in-die-Viktorianische-Zeit-Adel,-Buergertum,-Fassade-und-Bordelle.html&quot;&gt;Die viktorianische Zeit und das 19. Jahrhundert &lt;/a&gt; Adel, Bürgertum, Fassaden. &lt;br /&gt;
Das Bordell der Frau Berkley und die einzige Quelle dafür bei Ashbee (hier)&lt;br /&gt;
&lt;a href=&quot;https://liebeszeitung.de/index.php?/archives/4737-Die-Legende-vom-Berkley-Horse-oder-ein-Flagellationsbordell-innovativ-moeblieren.html&quot;&gt;Das angebliche „Berkley Horse“&lt;/a&gt; - ein Möbel für ein Bordell.&lt;br /&gt;
&lt;a href=&quot;https://liebeszeitung.de/index.php?/archives/4738-Ein-Nachtrag-zu-meiner-Vorgehensweisen-im-Fall-Berkley-Horse.html&quot;&gt;Meine Vorgehensweise bei den Recherchen&lt;/a&gt; - die Wahrheit. &lt;/em&gt; 
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    <pubDate>Wed, 15 Mar 2023 13:21:00 +0000</pubDate>
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    <category>brüste</category>
<category>erotisch</category>
<category>fantasien</category>
<category>frauen</category>
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<category>nackt</category>
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</item>
<item>
    <title>Die Legende vom Berkley Horse - oder ein Flagellationsbordell innovativ möblieren</title>
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            <category>ungeklärtes und absonderliches </category>
    
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    <author>nospam@example.com (Ubomi Ulobi)</author>
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    &lt;figure class=&quot;serendipity_imageComment_center&quot; style=&quot;width: 620px&quot;&gt;&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_img&quot;&gt;&lt;a class=&quot;serendipity_image_link&quot;  href=&#039;https://liebeszeitung.de/uploads/drei_bordell_pruegelbaenke_19_JH.jpg&#039;&gt;&lt;!-- s9ymdb:4212 --&gt;&lt;img class=&quot;serendipity_image_center&quot; width=&quot;620&quot; height=&quot;285&quot;  src=&quot;https://liebeszeitung.de/uploads/drei_bordell_pruegelbaenke_19_JH.jpg&quot;  loading=&quot;lazy&quot; alt=&quot;&quot;&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;figcaption class=&quot;serendipity_imageComment_txt&quot;&gt;Drei Arten von &quot;Horses&quot;, die in Bordellen verwendet worden sein sollen&lt;/figcaption&gt;&lt;/figure&gt;&lt;em&gt;Eine mehrteilige Betrachtung über Wahrheiten und Mythen um die &quot;englische Erziehung&quot; und die Lust an erotischen Schlägen.&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Vierter Teil: Die Legende vom Berkley Horse - oder ein Flagellationsbordell innovativ möblieren &lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;figure class=&quot;serendipity_imageComment_left&quot; style=&quot;width: 320px&quot;&gt;&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_img&quot;&gt;&lt;a class=&quot;serendipity_image_link&quot;  href=&#039;https://liebeszeitung.de/uploads/boys_pony_320.jpg&#039;&gt;&lt;!-- s9ymdb:4210 --&gt;&lt;img class=&quot;serendipity_image_left&quot; width=&quot;320&quot; height=&quot;441&quot;  src=&quot;https://liebeszeitung.de/uploads/boys_pony_320.jpg&quot;  loading=&quot;lazy&quot; alt=&quot;&quot;&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;figcaption class=&quot;serendipity_imageComment_txt&quot;&gt;Vorbild für viele Prügelböcke: Boy&#039;s Pony&lt;/figcaption&gt;&lt;/figure&gt;Beginnen wir mal mit dem Begriff. Ein „Horse“ ist eigentlich ein Chevalet, und das bedeutet eine Art Holzgestell. Im Englischen wird auch ein „Bock“, namentlich ein Prügelbock, als „Horse“ bezeichnet. Mit einem Pferd hat das alles also gar nichts zu tun. Noch heute werden unter der Bezeichnung „Spanking Horse“ sogenannte „Spanking Benches“ (Prügelbänke) angeboten. Es mag sein, dass es solche Prügelbänke, auch Pony genannt, für junge Männer oder junge Frauen gab. Dafür spricht, dass die Prügelstrafe an Frauen vollzogen wurde, indem sie jemanden „umhalste“, während ihr nackter Rücken geschlagen wurde. Eine Nachbildung wäre dann das „Pony“ gewesen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;figure class=&quot;serendipity_imageComment_right&quot; style=&quot;width: 320px&quot;&gt;&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_img&quot;&gt;&lt;a class=&quot;serendipity_image_link&quot;  href=&#039;https://liebeszeitung.de/uploads/whipping_frame_symbolisch_sw_320.jpg&#039;&gt;&lt;!-- s9ymdb:4211 --&gt;&lt;img class=&quot;serendipity_image_right&quot; width=&quot;320&quot; height=&quot;668&quot;  src=&quot;https://liebeszeitung.de/uploads/whipping_frame_symbolisch_sw_320.jpg&quot;  loading=&quot;lazy&quot; alt=&quot;&quot;&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;figcaption class=&quot;serendipity_imageComment_txt&quot;&gt;Ein englischer Whipping_Frame&lt;/figcaption&gt;&lt;/figure&gt;In der Tat sind verschiedene Varianten des „Ponys“ bekannt, das offenbar für jugendliche Delinquenten benutzt wurde. Es gibt einige Zeichnungen, auf denen Zuchthausszenen zu sehen sind. Für die „schweren Jungs“, also große, muskulöse Männer, wurden stabile Rahmen verwendet, an denen sie die Schläge von Birkenruten oder gar Peitschenhiebe ertragen mussten. Sowohl die Ponys wie auch die „Whipping Frames“ waren allerdings verstellbar. Verschiedentlich wurden Varianten gezeigt, die sogar ermöglichten, das Gesäß selbst zu schlagen – also nicht den Rücken, wie es allgemein üblich war. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und was hat das „Berkley Horse“ damit zu tun? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Das Wundergerät - reduziert auf eine Klappleiter? &lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Angeblich soll das „Berkley Horse“ für alle Körpergrößen geeignet gewesen sein, und es soll in jedem gewünschten Winkel verstellbar gewesen sein, sogar vielfach. Das war mit den Mitteln der damaligen Zeit durchaus möglich, aber nicht mit einer einfachen Leiterkonstruktion. In Gegenwart und Vergangenheit gab und gibt es verstellbare Konstruktionen deren Ursprung wir in den Prügel-Rahmen finden, die in britischen Gefängnissen verwendet wurden. Eine solide Holzkonstruktion, unter der auch noch eine „auf einem Stuhl sitzende Frictrix“ Platz gehabt hätte, wäre ohnehin wesentlich stabiler als das „Berkley Horse“ in der Zeichnung. Es ist weder belastbar, noch verstellbar. Und die Proportionen entsprechen eher einer Haushalts-Klappleiter. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;figure class=&quot;serendipity_imageComment_left&quot; style=&quot;width: 320px&quot;&gt;&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_img&quot;&gt;&lt;a class=&quot;serendipity_image_link&quot;  href=&#039;https://liebeszeitung.de/uploads/berkley_horse-_fake_320.jpg&#039;&gt;&lt;!-- s9ymdb:2885 --&gt;&lt;img class=&quot;serendipity_image_left&quot; width=&quot;320&quot; height=&quot;371&quot;  src=&quot;https://liebeszeitung.de/uploads/berkley_horse-_fake_320.jpg&quot;  loading=&quot;lazy&quot; alt=&quot;&quot;&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;figcaption class=&quot;serendipity_imageComment_txt&quot;&gt;Eine Klappleiter im Luxusbordell?&lt;/figcaption&gt;&lt;/figure&gt;Wichtig wäre ja dass eine funktionstüchtiges, im Winkel verstellbares Gerät das Gewicht eines schweren Mannes tragen muss - und zwar in jeder der möglichen Positionen. Liegt der Körper flach und nahezu waagerecht, ist dies unproblematisch. Wird das Gerät aber gekippt, gedreht oder soll es in einem Winkel verharren, so muss es ungewöhnlich gut an Boden oder Wand befestigt werden. Zudem muss der Körper in jeder Lage fixiert werden können. Oftmals reicht es aber, wenn sich das Gesäß etwas anheben lässt, während der Oberkörper von der Flachlage in eine Winkellage gebracht werden kann – für den „Hausgebrauch“ würde da euch ein Kissen unter dem Po reichen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Das Berkeley Horse und die spätere Literatur&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Berkeley Horse kommt zwei Mal in der erotischen viktorianischen Zeitschrift „The Pearl“ vor. Einmal wird ein erwachsener Mann daran festgeschnallt, was sich so liest (Lady Pokingham, or They All Do It).&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;blockquote&gt;Sie zeigte auf ein schönes „Berkeley-Pferd“, das in die Mitte des Wohnzimmers gerollt wurde. Es sah aus wie eine gewöhnliche Leiter, nur mit rotem Tuch bedeckt und mit einem gepolsterten Fußbrett versehen, auf dem das Opfer stehen konnte, während seine Hände weit über seinen Kopf gestreckt waren. (Er konnte) nur auf Zehenspitzen darauf stehen (und wurde) sofort mit seinen Handgelenken an den obersten Ringen des Pferdes befestigt.&lt;/blockquote&gt;&lt;br /&gt;
Schon dies ist kaum möglich. Die Hände können bei der oft gezeigten Konstruktion nicht „weit über den Kopf“ gestreckt werden, und es hat keinen Sinn, „auf Zehenspitzen“ darauf zu stehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einem zweiten Beitrag wird das Horse lediglich verwendet, um das die Angst vor der Bestrafung zu vertiefen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;blockquote&gt;Wir wurden von einer Gouvernante in das speziell genutzte Zimmer begleitet und für die Bestrafung vorbereitet. Es wurde von oben her beleuchtet und verfügte über Leitern, Berkley Horses und andere Gerätschaften. Zum Beispiel gab es Seile, die von der Decke herabhingen, Ringe im Boden und an der Decke, die widerspenstige Opfer festhalten sollten. &lt;/blockquote&gt;&lt;br /&gt;
Das „Horse“ kann dabei nicht zur Anwendung - ein weiterer Beweis dafür, dass sich die Autoren nicht recht vorstellen konnten, wie es anzuwenden war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
All dies zeigt, dass alle Autoren nur etwas vom „Hörensagen“ wussten. In Wahrheit hatten nur diejenigen Männer das Gerät gesehen, die darauf festgeschnallt und dann geschlagen wurden. Vergessen wir nicht, dass alles in einem Bordell geschah, auch wenn es „nur“ ein Flagellationsbordell war. Dies besagt jedoch nicht, dass die Herren dort keine anderen „fleischlichen“ Wünsche erfüllt bekamen. Niemand konnte erwarten, dass die Berichte darüber „authentisch“ waren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Die kuriose Leiter und ihre mögliche Herkunft &lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das einzige, was der Zeichnung der Zeichnung des angeblich „berühmten“ Berkley-Horse“ nahekommt, ist eine Schilderung des bereits erwähnten Dr. Eugen Dühren, der eine anderes, heute vergessenes Flagellationsbordell erwähnt. Im Wortlaut: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;blockquote&gt;Die kuriose Einrichtung ihres Geschäftes bestand aus einer zusammenklappbaren Leiter, aus Riemen, Birkenruten, Stechginsterbesen und geheimen Vorrichtungen für den Gebrauch von Männern und Weibern. &lt;/blockquote&gt;&lt;br /&gt;
Was sofort auffällt, wenn man die angebliche Originalzeichnung ansieht, ist die labile Konstruktion, die uns gezeigt wird. Das gezeigte Gerät ist weder stabil genug, einen kräftigen, muskulösen Mann zu halten noch ist es verstellbar. Der Vergleich mit den „Whipping Frames“, die in Zuchthäuser der damaligen Zeit verwendet wurden, zeigt uns, wie eine wirklich gebrauchsfähige Konstruktion ausgesehen hätte. Sie waren nicht nur wesentlich stabiler, sondern auch flexibler im Einsatz, weil sie sich wenigstens an die Körpergröße anpassen ließen. Zudem wurde bei dem Vollzug der „echten“ Körperstrafen so gut wie immer auf den Rücken eingeschlagen, während die erotischen Strafen vorwiegend durch die „Behandlung“ des Gesäßes vollzogen wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Die Frictrix im Inneren dieser Leiter - kaum glaubwürdig&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kommen wir noch einmal zurück auf die angeblich verschwundene frivol-erotische Zeichnung und die Frictrix, die angeblich inmitten der Leiter gesessen haben soll. Wäre das so dargestellt worden, so hätte die Leier im unteren Teil wesentlich breiter sein müssen, um dieser den nötigen „Spielraum“ zu verschaffen. Dann wäre sie bei ähnlichem Winkel allerdings zugleich höher gewesen. Auch dies ist sehr wahrscheinlich, denn das angeblich „Original“ bietet kaum eine Möglichkeit, die Hände zu fixieren. Üblicherweise wurden sie oberhalb des Kopfes platziert , um sowohl Rücken wie auch Gesäß schlagen zu können, ohne die Arme zu treffen. Wir wissen nicht, ob es eine Art „Nierenschutz“ gab, wie er in Zuchthäusern verwendet wurde. Es ist aber sehr wahrscheinlich, dass die Kunden eines Bordells genau Vorstellungen davon hatten, an welchen Körperteilen ihnen der Schmerz zugefügt werden sollte.  Und niemand wollte an diesem Ort eine Gesundheitskatastrophe riskieren – weder die „Gouvernante“ noch der Kunde. Zeitgenössische Zeichnungen, Fotos und glaubwürdige Nachbildungen zeigen, dass sie Arme vorzugsweise nach oben, nach vorne, seitlich oder gar durch Ausschnitte in den entsprechenden „Möbeln“ aus dem „Schlagfeld“ genommen werden konnten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;figure class=&quot;serendipity_imageComment_left&quot; style=&quot;width: 620px&quot;&gt;&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_img&quot;&gt;&lt;a class=&quot;serendipity_image_link&quot;  href=&#039;https://liebeszeitung.de/uploads/vergleich_a_b_c_d_620.jpg&#039;&gt;&lt;!-- s9ymdb:4216 --&gt;&lt;img class=&quot;serendipity_image_left&quot; width=&quot;620&quot; height=&quot;310&quot;  src=&quot;https://liebeszeitung.de/uploads/vergleich_a_b_c_d_620.jpg&quot;  loading=&quot;lazy&quot; alt=&quot;&quot;&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;figcaption class=&quot;serendipity_imageComment_txt&quot;&gt;Avatare neben dem Original und zwei Nachbauten, jeweils ohne Schräglage, um die Dimensionen zu vergleichen&lt;/figcaption&gt;&lt;/figure&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Innovationen in Flagellations-Bordellen waren durchaus möglich&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das soll nun nicht heißen, dass es keine Innovationen bei der Möblierung gegeben hätte. Zu jedem „Studio“ gehört ein Strafbock, und die meisten von ihnen lassen sich verstellen. Die Methoden dazu waren bereits im 19. Jahrhundert bekannt. Nur Männer, die im Stehen geschlagen werden wollen, benötigen einen aufrechtstehenden, leicht angewinkelten „Rahmen“, an dem sie gefesselt werden können. Dieser Rahmen musste wahrhaftig „schwere Jungs“ aushalten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Die Wahrheit über das Berkley Horse ist unbekannt&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wahrheit von Frau Berkleys Erfindung kennt niemand. Aber es ist sehr wahrscheinlich, dass es sich um eine Rahmenkonstruktion mit einem zweiten Gelenk handelte, etwas in Höhe der Hüfte des Kunden. Damit hätte man den Oberkörper tatsächlich in einem beliebigen (abweichenden) Winkel bewegen können. Zumindest einige der Zeichnungen und späteren Konstruktionen von Schreinern deuten darauf hin. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;figure class=&quot;serendipity_imageComment_left&quot; style=&quot;width: 320px&quot;&gt;&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_img&quot;&gt;&lt;a class=&quot;serendipity_image_link&quot;  href=&#039;https://liebeszeitung.de/uploads/nachbildung_schmal_320.jpg&#039;&gt;&lt;!-- s9ymdb:4215 --&gt;&lt;img class=&quot;serendipity_image_left&quot; width=&quot;320&quot; height=&quot;715&quot;  src=&quot;https://liebeszeitung.de/uploads/nachbildung_schmal_320.jpg&quot;  loading=&quot;lazy&quot; alt=&quot;&quot;&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;figcaption class=&quot;serendipity_imageComment_txt&quot;&gt;Eine der Nachbildungen, Anfang 20, JH&lt;/figcaption&gt;&lt;/figure&gt;Und damit wäre ich am Ende meiner Nachforschungen angekommen. Sie waren aufschlussreich, und sie zeigen, wie wenig wir am Ende der Berichte trauen dürfen, die Herr Ashbee überliefert hat und die von naiv abschreibenden Wissenschaftlern später kritiklos übernommen wurden. Eine Anekdote habe ich dennoch gefunden, die eine andere Dame derselben Epoche betrifft und die ein ebenso schlechtes Licht auf die Buchverleger jener Zeit wirft. Davon kann ich später berichten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachzutragen wäre auch noch, dass vereinzelte Damen in der Neuzeit entsprechende Geräte nachbauen ließen. Ein echtes Berkley Horse zu haben, wäre ja durchaus günstig gewesen, um Klienten anzulocken. Inzwischen sollen sie allerdings verstauben oder zum Verkauf angeboten worden sein. Was bleibt, ist die Legende. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Bildnachweis:&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;Oben: Drei verschiedene Autoren,  anonym.  &lt;br /&gt;
Links: Ein &quot;Pony&quot; , verstellbar, zum Züchtigen junger Männer in Gefängnissen verwendet, zeitgenössisch, anonym.&lt;br /&gt;
Rechts: Das angebliche &quot;original&quot; Berkley Horse, wie es von Ashbee  der Nachwelt übergeben wurde. &lt;br /&gt;
Mitte: Hilfsmittel zum Größenvergleich, nur Frontseite: Nachbau, Darstellung des &quot;Originals&quot; und ein weiterer Nachbau, &lt;br /&gt;
Links: Der Whipping-Frame nach einer zeitgenössischen Skizze und einem Foto, umgesetzt auf die heutige Zeit. &amp;copy; 2023 Liebesverlag.de, dann wieder links (länglich) eine Nachbildung aus dem 21. Jahrhundert. Nur Frontansicht, keine Neigung. &lt;/em&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Weitere Quellen der vier Artikel (2026 angepasst):&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;Horntip: Books  leerer Link, Bitte andere Quellen nutzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Aussagen von Iwan Bloch &lt;a href=&quot;https://archive.org/stream/b29012557/b29012557_djvu.txt&quot;&gt;Archive.org&lt;/a&gt;.&lt;br /&gt;
Für die weiteren erwähnten Erotik-Bücher verschiedene Quellen, die leider inzwischen aus dem Internet genommen wurden. &lt;br /&gt;
Sowie &lt;a href=&quot;http://www.artandpopularculture.com/Sexual_Life_in_England:_Past_and_Present&quot;&gt;Art And Popular Culture&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
&quot;&lt;a href=&quot;https://en.wikisource.org/wiki/The_Pearl&quot;&gt;The Pearl&lt;/a&gt;&quot; Ausgaben 1897 bis 1880 - teils literarisch wertvoll, teils frivol.&lt;br /&gt;
Für die Zusammenhänge zwischen der Epoche und der Sexualität: The Origins of Sex, London 2012.&lt;br /&gt;
Sowie unter anderem:&lt;br /&gt;
Achetron - &lt;a href=&quot;https://alchetron.com/Berkley-Horse&quot;&gt;Berkley Horse&lt;/a&gt; https://alchetron.com/Berkley-Horse&lt;br /&gt;
Wikiwand - &lt;a href=&quot;https://www.wikiwand.com/de/Theresa_Berkley&quot;&gt;Theresa Berkley&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
DirtySexHistory  -&lt;a href=&quot;https://dirtysexyhistory.com/2017/01/12/theresa-berkley-queen-of-the-flagellants/&quot;&gt; Theresa Berkley Queen of ...&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
Etliche  digitalisierte und nicht digitalisierte Lexika unter anderem Wikipedia deutsch und englisch.&lt;/em&gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle Teile lesen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;a href=&quot;https://liebeszeitung.de/index.php?/archives/4734-Die-lustvollen-Strafen,-Frau-Berkley-und-ihr-geheimnisvolles-Pferd.html&quot;&gt;Körperstrafen und Definition&lt;/a&gt; - Körperstrafen (Definitionen) &lt;br /&gt;
&lt;a href=&quot;https://liebeszeitung.de/index.php?/archives/4735-Eintauchen-in-die-Viktorianische-Zeit-Adel,-Buergertum,-Fassade-und-Bordelle.html&quot;&gt;Die viktorianische Zeit und das 19. Jahrhundert &lt;/a&gt; Adel, Bürgertum, Fassaden. &lt;br /&gt;
Das Bordell der Frau Berkley und die einzige &lt;a href=&quot;https://liebeszeitung.de/index.php?/archives/4736-Das-Haus-der-Frau-Berkley-und-der-Herr-Ashbee.html&quot;&gt;Quelle dafür bei Ashbee&lt;/a&gt;.&lt;br /&gt;
Ein Möbel für ein Bordell. (hier)&lt;br /&gt;
&lt;a href=&quot;https://liebeszeitung.de/index.php?/archives/4738-Ein-Nachtrag-zu-meiner-Vorgehensweisen-im-Fall-Berkley-Horse.html&quot;&gt;Meine Vorgehensweise bei den Recherchen&lt;/a&gt; - die Wahrheit. &lt;/em&gt;  
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    <pubDate>Thu, 16 Mar 2023 09:28:00 +0000</pubDate>
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    <title>Englische Erziehung durch Prostituierte im 19. Jahrhundert</title>
    <link>https://liebeszeitung.de/index.php?/archives/3075-Englische-Erziehung-durch-Prostituierte-im-19.-Jahrhundert.html</link>
            <category>lust und begierden</category>
    
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    <author>nospam@example.com (Ubomi Ulobi)</author>
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    &lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_center&quot; style=&quot;width: 620px&quot;&gt;&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_img&quot;&gt;&lt;!-- s9ymdb:2884 --&gt;&lt;img class=&quot;serendipity_image_center&quot; width=&quot;620&quot; height=&quot;736&quot;  src=&quot;https://liebeszeitung.de/uploads/peitschende_frauen_620.jpg&quot;  alt=&quot;&quot;&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_txt&quot;&gt;Darstellung aus einem vornehmen Flagellations-Bordell - möglicherweise für eine Buchillustration&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;Über die „englische Erziehung“ wird viel gemunkelt. Manche wollen wissen, dass sie ein „Codewort“ oder eine Verschleierung für „erotische, körperliche Züchtigungen“ ist. Und obgleich Codeworte nicht mehr die frühere Bedeutung haben, weil interessierte Männer aus einem offenen Menü von Aktivitäten der dominanten Damen wählen können, hat sich der Begriff „Englische Erziehung“ doch erhalten. In der Literatur wird dies gelegentlich so beschrieben:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Die Briten und die Lust an der Züchtigung &lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;blockquote&gt;«Die Briten liebten ihre Züchtigungen. Die Kunst des Schlagens war ein Teil des Repertoires, das man von jeder guten Prostituierten erwartete. Häusliche Gewalt wurde generell von Gerichten toleriert, solange sie nicht „widerliche und unnatürliche“ Größenordnungen annahm.»&lt;/blockquote&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Die „Gouvernante“ die „Domina“ des 19. Jahrhunderts &lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;figure class=&quot;serendipity_imageComment_left&quot; style=&quot;width: 320px&quot;&gt;&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_img&quot;&gt;&lt;a class=&quot;serendipity_image_link&quot;  href=&#039;https://liebeszeitung.de/index.php?/archives/3968-Suchst-du-etwas-ueber-Lueste-anno-dazumal.html&#039;&gt;&lt;!-- s9ymdb:3658 --&gt;&lt;img class=&quot;serendipity_image_left&quot; width=&quot;320&quot; height=&quot;242&quot;  src=&quot;https://liebeszeitung.de/uploads/sex_21_jh.jpg&quot;  alt=&quot;&quot;&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;figcaption class=&quot;serendipity_imageComment_txt&quot;&gt;Sei neugierig&lt;/figcaption&gt;&lt;/figure&gt;Als Begriff und Namensgeberin musste dafür die häusliche „Erzieherin“ im herkömmlichen Sinne herhalten - im Anklang an eine „Gouvernante“, also eine wichtige Person mit Erziehungsfunktion im viktorianischen Haushalt. Sie hatte die Aufgabe, die Kinder zu erziehen – eine Tätigkeit, der adlige und wohlstands-bürgerliche Damen nur höchst ungern nachkamen. Entsprechend nannten sich die diejenigen Frauen, die sich auf die körperliche Züchtigung von Erwachsenen, namentlich lust- und schmerzbereiten Gentlemen, spezialisiert hatten, „Gouvernanten“ (Governesses). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Stars dieses Metiers arbeiteten in Bordellen, die auf „correction“ spezialisiert waren – und „correction“ war wieder ein Synonym für „Züchtigung“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Eine spezielle Form des Bordells&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus den verfügbaren Quellen geht allerdings hervor, dass in solchen Bordellen auch andere, teils gewöhnliche, teils ungewöhnliche Lüste befriedigt wurden. Tatsächlich verdanken wir die Schilderungen aus diesen Bordellen, namentlich aus dem der Theresa Berkley, alle einer Quelle, die man bestenfalls als „aus zweiter Hand“ nennen konnte: dem populistisch-erotischen Autor Henry Spencer Ashbee. (In der Literatur besser bekannt als Pisanus Fraxi). Er beschreibt nicht nur das gewaltige Arsenal an Züchtigungsinstrumenten, sondern erwähnt auch die Kombination von Lust und Schmerz, für die das Bordell von Frau Berkley berühmt wurde. Im Zusammenhang mit einem angeblich von Frau Berkley erfundenen erotischen Strafbock (Berkley Horse“) wird eine erotische Illustration erwähnt, auf der dies zu sehen ist:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;blockquote&gt;Man sieht Mrs. Berkley eigenhändig die Posteriora (1) des auf dem Chevalet (2) befestigten Mannes peitschen, während ein auf dem Stuhl darunter sitzendes stark dekolletiertes Mädchen ihm Dienste als &quot;Frictrix“ (3) leistet. &lt;/blockquote&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Lustschmerz oder Brutalität bei der englischen Erziehung? &lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eigentlich dürfte klar sein, dass all diese Behauptungen, die &lt;em&gt;Henry Spencer Ashbee &lt;/em&gt;aufstellt, nicht von ihm selber überprüft wurden, sondern möglicherweise aus reißerischen Schilderungen stammen, die er sich angelesen hatte - diese Quellen waren aber leider oft sehr fragwürdig. Und Ashbee war weder ein Zeitzeuge noch ein Augenzeuge. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch warum gingen die Gentlemen so gerne in die berühmten und nicht minder berüchtigten Flagellationsbordelle? Welche Lüste sollten dort geweckt werden, und wie wurden Sie befriedigt? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schränken wir unsere Betrachtung auf „Gentlemen“ ein (verschiedentlich gab es auch Ladys als Kunden) und sehen wir uns nur diejenigen an, die aktiv gepeitscht werden wollten, so ergeben sich drei Arten von Interessenten an den Diensten solcher Bordelle. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da waren zunächst diejenigen, von denen das sensationshungrige Publikum am liebsten lesen wollte: jene, die „bis aus aufs Blut“ mit den verschiedensten Instrumenten des Repertoires bedacht werden wollten. Gerüchteweise verlautet sogar, dass sich Frau Berkley nach der Menge und dem Fluss des vergossenen Blutes bezahlen ließ. Andere jedoch liebten es offenbar, zugleich gepeitscht und am „Embulon“ beglückt zu werden, wobei eine zweite Dame spärlich bekleidet Fellatio (möglicherweise auch Brust- oder Handverkehr) ausübte und deshalb auch „Frictrix“ oder „Frictrice“(3) hieß. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Flagellationsbordelle: Auch Anschubhilfe bei Impotenz? &lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_center&quot; style=&quot;width: 631px&quot;&gt;&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_img&quot;&gt;&lt;!-- s9ymdb:2883 --&gt;&lt;img class=&quot;serendipity_image_center&quot; width=&quot;631&quot; height=&quot;800&quot;  src=&quot;https://liebeszeitung.de/uploads/cully_flaug_d.jpg&quot;  alt=&quot;&quot;&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_txt&quot;&gt;Züchtigung und Entblößung als Mittel gegen die Impotenz &lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;
Einen dritten Personenkreis hatte man damals offenbar nicht im Visier: Es waren ältere Herren, die im Lauf ihres Lebens einen erheblichen Teil ihrer Manneskraft verloren und sie nun vermittels Flagellation zurückgewinnen wollten. Eine solche Szene ist sogar als Grafik belegt: The „Cully Flaug’d“, auf Deutsch  etwa „Der gepeitschte Trottel“. Es handelt sich dabei um eine extrem sinnliche Darstellung einer Prostituierten, die ihren nackten Schoß präsentiert und ihm zugleich die Rute verabreicht. Im Text heißt es sinngemäß, dass sich der Penis nicht ohne die Beschwörung durch die Rute aufrichten wird. Nicht ganz wörtlich und etwas holprig übersetzt etwa: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;blockquote&gt;Eine Schinderei ist hier zu sehen, eine Zucht, um ihn zu erregen.&lt;br /&gt;
Geht es doch drum, den alten Mann zum Aufstand zu bewegen.&lt;br /&gt;
Schlag weiter auf die Schenkel ein, holde Dame der Rutenkunst,&lt;br /&gt;
Denn ohne die Beschwörungen schenkt ihm der Teufel keine Gunst.&lt;/blockquote&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Englisch:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;blockquote&gt;What Drudgery’s here, what Bridewell-like(4) Correction!&lt;br /&gt;
To bring an Old Man, to an Insurrection.&lt;br /&gt;
Firk on Fair Lady, Flaug the Fumblers Thighs,&lt;br /&gt;
Without such Conjuring th’ Devil will not rise.&lt;/blockquote&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es handelte sich also eindeutig auch um Fälle der altersbedingten Impotenz – ein Thema, das weder spektakulär noch öffentlichkeitstauglich war. Und so dürfen wir vermuten, dass die starken Reize, die von der Brust oder dem Unterleib einer Frau ausgingen, kombiniert mit den stimulierenden Schlägen der Rute, durchaus manche Herren  „wiedererweckt“ haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Die „englische Erziehung“ in Deutschland &lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Strenge Gouvernanten“, die „erziehungsbedürftige Herren“ suchten und die sich gelegentlich auch als „Bewandert in der englischen Erziehung“ anboten, gab es im Übrigen auch in Deutschland – sie wurden allerdings weit weniger beachtet und konnten nicht den Reichtum erarbeiten, den Ms. Berkley einst ansammelte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;Hinweise:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(1)	Posteria – der Hintern. &lt;br /&gt;
(2)	Chevalet – jede Art von Bock.&lt;br /&gt;
(3)	Frictrīx, aus dem lateinischen auch ins französische (Frictrice)  übergegangen, ist eine „Reiberin“, die den Penis erotisch stimuliert. &lt;br /&gt;
(4)	Bridewell – bekanntes britisches Zuchthaus.&lt;br /&gt;
(5)	Bild unten: The Cully Flaug&#039;d by Marcellus Laroon II; c 1700 © The Trustees of the British Museum.&lt;br /&gt;
(6)    Bild oben: Unbekannte Buchillustration, Scan-Daten unbekannt.&lt;br /&gt;
(7)    Die Recherchen zum Thema wurden in &quot;sehpferd&quot; weitergeführt, vertieft und aktualisiert. Eine &lt;a href=&quot;https://sehpferd.de/index.php?/archives/2178-Die-Geschichte-einer-seltsamen-Dame,-die-sich-Berkley-nannte.html&quot;&gt;humorvolle Einfügung&lt;/a&gt; könnt ihr im Link lesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Artikel erhielt - trotz gründlicher Recherche - die bislang schlechteste Bewertung. Ein Satz über Ashbee wurde im März 2022 geändert, 2026  gab es neue Erkenntnisse, allerdings mit dem gleichen Ergebnis.&lt;/em&gt; 
    </content:encoded>

    <pubDate>Sat, 10 Mar 2018 11:49:00 +0000</pubDate>
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<item>
    <title>Der Mythos vom &quot;Berkley Horse&quot; </title>
    <link>https://liebeszeitung.de/index.php?/archives/3739-Der-Mythos-vom-Berkley-Horse.html</link>
            <category>lifestyle, psycho und so</category>
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            <category>ungeklärtes und absonderliches </category>
    
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    <author>nospam@example.com (Ubomi Ulobi)</author>
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    &lt;figure class=&quot;serendipity_imageComment_center&quot; style=&quot;width: 620px&quot;&gt;&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_img&quot;&gt;&lt;a class=&quot;serendipity_image_link&quot;  href=&#039;https://liebeszeitung.de/uploads/horse_strichzeichnung.jpg&#039;&gt;&lt;!-- s9ymdb:3466 --&gt;&lt;img class=&quot;serendipity_image_center&quot; width=&quot;620&quot; height=&quot;737&quot;  src=&quot;https://liebeszeitung.de/uploads/horse_strichzeichnung.jpg&quot;  alt=&quot;&quot;&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;figcaption class=&quot;serendipity_imageComment_txt&quot;&gt;Links: Moderner Nachbau, rechts: Originalzeichnung, entzerrt. Die Figur zum Größenvergleich&lt;/figcaption&gt;&lt;/figure&gt;Der Mythos um den legendären Prügelbock begann mit dem Tod der Theresa Berkley im Jahre 1836, als ihr Vermögen durch Verzicht der Erben an die Krone fiel. Alle Unterlagen, die sich damals im Besitz von Frau Berkley befanden, wurden angeblich zerstört. Doch nun begannen die Gerüchte zu brodeln. Das bekannteste drehte sich tatsächlich um das mysteriöse „&lt;a href=&quot;https://liebeszeitung.de/index.php?/archives/3738-Hat-es-jemals-ein-Berkley-Horse-gegeben.html&quot;&gt;Berkley Horse&lt;/a&gt;“.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Geschichte diese Prügelbocks ist wird mit Pseudo-Belegen untermauert, die allesamt wertlos sind, weil keiner der angeblichen Belege zum Zeitpunkt der Untersuchungen wirklich existierte. Lesen wir einfach nach (1,2): &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;blockquote&gt;In Mrs. Berkleys Memoiren befand sich ein Kupferstich, der das „Pferd“ in Action darstellte. Man sieht Mrs. Berkley eigenhändig die Posteriora des auf dem Chevalet befestigten Mannes peitschen, während ein auf einem Stuhl darunter sitzendes stark dekolletiertes Mädchen ihm Dienste als &quot;Frictrix&quot; (3) leistet. Eine Abbildung des „Pferdes“ findet sich in der Ausgabe der „Venus School-Mistress“ von 1836, wonach Pisanus Fraxi es in seinem „.Index Librorum Prohibitorum“ zu Seite XLIV reproduciren liess. Nach dieser Reproduction wurde das Bild wiederholt bei Hansen „Stock und Peitsche“ S. 167 und Eulenburg „Sadismus und Masochismus“ S. 61.  Man findet das Chevalet auch auf modernen Flagellationsbildern. In Paris soll es während der  Weltausstellung von 1900 practische Verwendung und viel Anerkennung bei Lebemännern gefunden haben.&lt;/blockquote&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei so viel Experten und Zeitzeugen (Bloch, Hansen, Fraxi, Euleburg,  Besucher der Weltausstellung) wäre es sehr unwahrscheinlich, wenn ein Bild ganz und gar verschwände. Eigenartig ist auch, dass niemand auf dieser Welt mehr ein Exemplar des Bildes, sei es aus den Büchern oder kopiert, in Händen halten würde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Informationen aus zweiter und dritter Hand&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie in der heutigen Zeit auch, brüsteten sich Journalisten und Buchautoren auch damals mit einem angeblichen „authentischen“ Wissen. Die Gentlemen, die im Etablissement von Frau Berkley verkehrten, hüteten sich, darüber zu sprechen, und die wenigen, die man wirklich zum Reden brachte, sprachen vom „Chevalet“, also einem Gestell, an das man einen Mann festbindet, während er geschlagen wird. Jede „Gouvernante“, ob sich nun um die Inhaberin des Etablissements oder eine Angestellte handelte, war auf solche „Prügelböcke“ angewiesen – denn das waren sie im engeren Sinne. Wie bereits erwähnt, dienten sie einerseits der Vervollständigung der Illusion, der Gouvernante ausgeliefert zu sein, wie auch zur Sicherheit der Besucher. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Woher stammten die Ideen für die Prügelböcke?&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;figure class=&quot;serendipity_imageComment_left&quot; style=&quot;width: 320px&quot;&gt;&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_img&quot;&gt;&lt;a class=&quot;serendipity_image_link&quot;  href=&#039;https://liebeszeitung.de/uploads/london_zuchthaus.jpg&#039;&gt;&lt;!-- s9ymdb:3467 --&gt;&lt;img class=&quot;serendipity_image_left&quot; width=&quot;320&quot; height=&quot;575&quot;  src=&quot;https://liebeszeitung.de/uploads/london_zuchthaus.jpg&quot;  alt=&quot;&quot;&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;figcaption class=&quot;serendipity_imageComment_txt&quot;&gt;Bild aus einem Zeitungsbericht, angeblich aus 1905&lt;/figcaption&gt;&lt;/figure&gt;Die meisten Ideen für Prügelböcke in erotischen Etablissements lassen sich auf den Vollzug von Prügelstrafen in der Justiz zurückführen, ein kleinerer Teil auf die Praxis der häuslichen Züchtigung (insbesondere an Domestiken) und der schulischen Züchtigung (insbesondere in Internaten). Die Idee, die Justiz als Vorbild zu nehmen, ist nicht so abwegig, wie es scheint, denn die Etablissements benötigten besonders stabile, schwere Geräte, die für den Dauergebrauch geeignet waren. Man kann durchaus annehmen, dass ein solches Gerät in einem Flagellationsbordell noch weitaus häufiger gebraucht wurde als im Zuchthaus. Die Idee zum Modell, das angeblich von Frau Berkley verwendet wurde, entstammt sehr wahrscheinlich einem Londoner Zuchthaus. Eine Leiterkonstruktion vorne, eine Auflage für den Körper, verschiedene Ösen, um Riemen daran zu befestigten – das alles deutet auf das Vorbild eines Zuchthauses hin. Allerdings ist die Zeichnung selbst eindeutig ein Produkt der Fantasie. Wenngleich Iwan Bloch davon ausgeht, dass es sich um eine „Leiterkonstruktion“ handelt, ist seine Schilderung die Grundlage der Illusion, man könne mithilfe des Geräts einen Gentleman „in jeder beliebigen Lage“ peitschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lassen wir also &lt;em&gt;Iwan Bloch&lt;/em&gt; alias &lt;em&gt;Dr. Eugen Dühren&lt;/em&gt; noch einmal zu Wort kommen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;blockquote&gt;Im Wesentlichen ist es eine verstellbare Leiter, die bis zu einem beträchtlichen Grade ausgespannt werden kann und auf welcher der Betreffende festgeschnallt wurde, indem für Kopf und Genitalien Öffnungen gelassen wurden.&lt;/blockquote&gt; &lt;a class=&quot;block_level&quot; href=&quot;https://liebeszeitung.de/index.php?/archives/3739-Der-Mythos-vom-Berkley-Horse.html#extended&quot;&gt;&quot;Der Mythos vom &amp;quot;Berkley Horse&amp;quot; &quot; vollständig lesen&lt;/a&gt;
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    <pubDate>Fri, 21 Aug 2020 04:20:00 +0000</pubDate>
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    <category>brüste</category>
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    <title>Jetzt will Mutti Pornos – oder war es Oma?</title>
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    <author>nospam@example.com (Gebhard Roese)</author>
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    &lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_center&quot; style=&quot;width: 500px&quot;&gt;&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_img&quot;&gt;&lt;!-- s9ymdb:1270 --&gt;&lt;img class=&quot;serendipity_image_center&quot; width=&quot;500&quot; height=&quot;377&quot;  src=&quot;https://liebeszeitung.de/uploads/skalvin_haende.jpg&quot; alt=&quot;&quot; /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_txt&quot;&gt;Hände sind nicht allein zum Händchenhalten da ...&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;
Man nennt es in der Presse „Mummy Porn“ – erotische oder meinetwegen pornografische Literatur für das liebe Mütterlein. Wen es noch wundert, warum man diese Literatur so nennt, der muss einen Blick in „Shades Of Grey“ (Deutsche Ausgabe) werfen, die heute im Buchhandel erscheint. Da plappert eine Dame mittleren Alters über eine Beziehung, die sie ganz und gar nicht nachvollziehen kann – und dies wird in jeder Zeile deutlich. Man merkt, dass sie nicht innerlich „dabei“ ist, nicht aufgewühlt, nicht beteiligt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Ein paar Schläge auf den Po - wie Kirschen auf einer Sahnetorte &lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alles liest sich, als hätte ein Schulmädchen einen Aufsatz geschrieben, der als Standard-Liebesgeschichte konzipiert war, und in den dann ein paar sexuelle Sensationseffekte eingearbeitet wurden. So entstand Muttis oder Großmütterchens Traumbüchlein, in dem ein paar Schläge auf den nackten Po wie Kirschen auf einer Sahnetorte prangen. Ganz hübsch – aber man fragt sich, warum auf einer Sahnetorte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Lächerliche Schilderungen von Gefühlen - wie von einem Schulmädchen &lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was dieses Buch so absolut lächerlich macht, ist die Schilderung der Gefühle. Eine Autorin sollte in der Lage sein, die Leserin mit hineinzureißen in den Strudel der Ereignisse, oder sie alternativ so zu schildern, dass Raum für Fantasien bleibt. Dieser Roman aber ist so geschrieben, dass die Deutschlehrerin der Autorin wohl übers Haar streichen würde und sagen: „Da hast du aber einen feinen Aufsatz geschrieben, mein Kind – wo hast du denn die Details her?“ &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Viel Text hinzufügen - wer sollte ihn jemals lesen? &lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fragt sich, wie man einen „feinen Aufsatz“ von 501 Seiten schreiben kann, wenn man nichts zu sagen hat, und die Antwort ist: Indem man wirklich nichts zu sagen hat, sondern Worte in die Tastatur hackt, die absolut bedeutungslos sind. Jeder Autor kennt diese Situation: Erst mal schreiben, Sätze aneinanderreihen, „Texte hinzufügen“, wie man heute sagt. Lange Dialoge, die keinen Sinn ergeben, aber interessant klingen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Die scharfen Stellen in Fifty Shade sof Grey- völlig stumpf &lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_left&quot; style=&quot;width: 320px&quot;&gt;&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_img&quot;&gt;&lt;!-- s9ymdb:1271 --&gt;&lt;img class=&quot;serendipity_image_left&quot; width=&quot;320&quot; height=&quot;467&quot;  src=&quot;https://liebeszeitung.de/uploads/shades_gelesen.jpg&quot; alt=&quot;&quot; /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_txt&quot;&gt;Ziemlich langweilig ...&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;Ja, es gibt sie, die „scharfen Stellen“, aber sie schmecken nicht im geringsten nach Tabasco. Es ist ein Unterschied, ob man schreibt:  Ich habe heute Tabasco probiert – oh, das ist eine scharfe Würzsoße“ oder „die scharfe Würze zog mir den Mund zusammen“, oder ob man schildert (was ich hier nicht tun will), wie sich die Würzsoße langsam auf der Zunge verteilt, den Gaumen reizt, den Speichelfluss fördert, sodass man zu sabbern beginnt … und so weiter. Wirkliche Erotik ind akzeptablen Büchern dringt über das Gehirn in die Blutbahn und erzeugt Lust oder Ekel oder beides. Wirkliche erotische Literatur, selbst, wenn sie kritisch ist, fordert den gesamten Körper heraus, und die Brustwarzen dürfen dabei durchaus anschwellen. Erotische Literatur ist gut, wenn man ein Buch einen Moment zur Seite legen muss, um zu begreifen, was man da eigentlich liest, mit was man konfrontiert wird, was einen überwältigt, was einen lüstern macht und was zornig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Shades of Grey -Dünne Suppe mit ein paar Fleischbrocken drin &lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Äh – davon hat dieses Buch nichts, aber auch gar nichts. Man erwartet von solch einem Buch ja gar keine große erotische Literatur – wie denn auch? Aber man darf wohl erwarten, sinnlich unterhalten zu werden. Das aber gibt die dünne Story nicht her – sie ist eine dünne Suppe von  Anfang an, in die in der Mitte eine paar Fleischbrocken eingearbeitet sind, und sie endet so fade, wie sie begonnen hat. Die meisten Rezensentinnen, die das Buch wirklich gelesen haben (ich kann mir nicht vorstellen, dass es viele waren) kommen zu dem Schluss, dass es langweilig ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Frivol angehauchter Sex für Provinzsekretärinnen? &lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fragt sich natürlich, warum es ein Bestseller wurde. Schlechte Bücher werden ja nicht zwangsläufig zu Bestsellern, schon gar nicht von „frischen“ Autorinnen.  Die einzig mögliche Antwort: weil viele Frauen darauf gewartet haben, dass Liebesromane nun mit ein bisschen frivol angehauchtem Sex durchsetzt werden. Da wird sich manche Provinzsekretärin fragen: „Ach, so etwas gibt es wirklich?“ und dann staunen, was der ältere Gentleman von der jungen Studentin so alles verlangen kann, und warum sie es ihm wohl gewährt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Statt Eau de Cologne jetzt einen Porno zu Weihnachten? &lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bekommt Mami nun die Pornografie, die sie wollte? Bekommt das Großmütterlein statt Kuchen und Wein nun auch noch ein Erotik-Buch mit ins Rotkäppchenkörbchen? Wahrscheinlich, denn es wir Nachahmerinnen geben – und trotz vernichtender Kritiken werden die Bücher gekauft werden. Bis Weihnachten ist noch eine Menge Zeit, und dann kann es ja noch Prachtbände gesammelter erotischer Frauenliteratur für die Zielgruppen von 18 bis 80 geben. Also, aufgepasst, Nichten: Zu Weihnachten nicht eine Flasche Eau de Cologne schenken, sondern nach in der Buchhandlung nach Erotik für das lustvolle Omas fragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Bild oben: Szenen-Ausschnitt aus einer vergleichbaren Geschichte, Bild links: Das Buch - dekorativ, dick, langweilig. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
PS: Ich empfehle, in diesem Zusammenhang mal einen Sprung ins Jahr 2026 zu machen, von wo ich auf die Zeit zurückkomme, in der ich mich mit dem Thema &quot;&lt;a href=&quot;https://lustsuenden.de/index.php?/archives/76-Spaetes-Nachdenken-ueber-die-Shades-of-Grey.html&quot;&gt;Shades of Grey&lt;/a&gt;&quot; beschäftigt habe.  
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    <pubDate>Mon, 09 Jul 2012 07:55:00 +0000</pubDate>
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<category>weihnachten</category>

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    <title>Ist der Orient noch faszinierend?</title>
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            <category>lust und begierden</category>
            <category>ungeklärtes und absonderliches </category>
    
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    <author>nospam@example.com (Gebhard Roese)</author>
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    &lt;figure class=&quot;serendipity_imageComment_center&quot; style=&quot;width: 620px&quot;&gt;&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_img&quot;&gt;&lt;!-- s9ymdb:3083 --&gt;&lt;img class=&quot;serendipity_image_center&quot; width=&quot;620&quot; height=&quot;495&quot;  src=&quot;https://liebeszeitung.de/uploads/orient_roman_1950er.jpg&quot;  alt=&quot;&quot;&gt;&lt;/div&gt;&lt;figcaption class=&quot;serendipity_imageComment_txt&quot;&gt;Orient-Kitschroman: Teil des Titelbilds&lt;/figcaption&gt;&lt;/figure&gt;Ist der Orient noch faszinierend? Oder regt er noch die erotische Fantasie der Männer an? „Kaum“, wäre meine Antwort heute - aber im 18. und 19. Jahrhundert war das einmal ganz anders.&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kürzlich wurde ich gefragt, ob es noch romantische Vorstellungen vom Orient gibt. Nun bin ich ein ausgewiesener Fan von Scheherazade – und ich meine nicht das Buch, sondern die „Sinfonische Dichtung“ von Nikolai Andrejewitsch Rimski-Korsakow.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;figure class=&quot;serendipity_imageComment_left&quot; style=&quot;width: 320px&quot;&gt;&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_img&quot;&gt;&lt;!-- s9ymdb:3081 --&gt;&lt;img class=&quot;serendipity_image_left&quot; width=&quot;320&quot; height=&quot;448&quot;  src=&quot;https://liebeszeitung.de/uploads/karl_may.jpg&quot;  alt=&quot;&quot;&gt;&lt;/div&gt;&lt;figcaption class=&quot;serendipity_imageComment_txt&quot;&gt;Karl May war der populärste Erzähler orientalischer &quot;Märchen&quot;&lt;/figcaption&gt;&lt;/figure&gt;Wirklich fasziniert vom Orient waren die „Orientalisten“, eine Gruppe von Malern, die im 19. Jahrhundert opulente Werke schufen. Ihre Vorstellungen wurden von  neugierige, halbgebildete Bürgern weitergetragen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was wussten die Menschen schon vom Orient? Man fand die salomonische Pracht faszinierend, die man überall im Orient vorzufinden glaubte, und die Erotik-Fanatiker interessierten hauptsächlich zwei Themen: Die unglaubliche Wollust der Orientalen, die –man stelle sich vor – Harems mit mehreren Hauptfrauen und zahllosen Sklavinnen unterhielten. Und nicht zuletzt wurden die „Haremsstrafen“ in allen erdenklichen Farben geschildert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und während die Erwachsenen erotische Orientromane mit der für das Bürgertum typischen Mischung von Faszination und Abscheu verschlangen, lasen Männer, Frauen und Kinder die aufregenden Orientromane von Karl May im „Deutschen Hausschatz in Wort und Bild“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;figure class=&quot;serendipity_imageComment_center&quot; style=&quot;width: 620px&quot;&gt;&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_img&quot;&gt;&lt;!-- s9ymdb:3082 --&gt;&lt;img class=&quot;serendipity_image_center&quot; width=&quot;620&quot; height=&quot;427&quot;  src=&quot;https://liebeszeitung.de/uploads/serail_wieisse_obeliske.jpg&quot;  alt=&quot;&quot;&gt;&lt;/div&gt;&lt;figcaption class=&quot;serendipity_imageComment_txt&quot;&gt;Die Vorstellung einer weißen Sklavin im Harem&lt;/figcaption&gt;&lt;/figure&gt;Das Schloss eines orientalischen Fürsten nannte man auch „Serail“, und schon im 18. Jahrhundert nutzten Schriftsteller und Librettisten das Thema für Geschichten von weißen Sklavinnen, die ins Serail verschleppt wurden, zum Beispiel „Belmont und Constanze, oder: die Entführung aus dem Serail“. Von Christoph Friedrich Bretzner.  Das Singspiel wäre verloren gegangen wäre, wenn es nicht von Johann Gottlieb Stephanie neu gefasst worden und von Mozart vertont wurde. Wie bei mehreren anderen Singspielen (die Zauberflöte) „von Mozart“ war Mozart nicht der Initiator, sondern der Komponist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie auch immer: Ein großer Teil der Faszination der Bildungsbürger lässt sich an den Orientalisten der Malerei sowie der „Entführung aus dem Serail“ und der fiktiven Reiseliteratur nach dem Vorbild von Karl May festmachen. Die Erotik stammt ebenfalls hauptsächlich der Darstellung von nackten (oftmals weißen) Sklavinnen und aus Büchern über Sklavenhalter, die dann auch oftmals flagellantische Motive enthalten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;figure class=&quot;serendipity_imageComment_center&quot; style=&quot;width: 620px&quot;&gt;&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_img&quot;&gt;&lt;!-- s9ymdb:3080 --&gt;&lt;img class=&quot;serendipity_image_center&quot; width=&quot;620&quot; height=&quot;408&quot;  src=&quot;https://liebeszeitung.de/uploads/typische_darstellung.jpg&quot;  alt=&quot;&quot;&gt;&lt;/div&gt;&lt;figcaption class=&quot;serendipity_imageComment_txt&quot;&gt;Beliebtes Thema: weiße Sklavinnen im Orient&lt;/figcaption&gt;&lt;/figure&gt; Das Thema flackerte in den 1950er Jahren noch einmal kurz auf, als zahlreiche &quot;Orientromane&quot; als Groschenhefte verlegt wurden. (Titelbild dieses Artikels). Wie auch schon früher, lagen Kunst und Kitsch in der Orientbetrachtung Seite an Seite.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was fasziniert heute noch am Orient? Hauptsächlich die Erinnerung der Menschen an Erzählungen, Gemälde und Libretti. Was davon noch erkennbar ist, wird manchem klar, der einmal das Glück hatte, in die sinnlich erscheinenden Augen einer jungen Frau aus der Levante (dem Vorderen Orient) zu sehen, die immer noch „märchenhaft“ wirken. &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Bilder: &lt;br /&gt;
Titel: &quot;Liebesabenteuer im Orient&quot;, Sittenroman-Reihe, No. 1, Teilansicht&lt;br /&gt;
(oben links) Titelbild aus der Zeitschrift, die Karl May veröffentlichte.&lt;br /&gt;
Unten: Otto Pilny, der Skalvenmarkt (1910)&lt;br /&gt;
Unten: ???, Orientalist. 
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    <pubDate>Fri, 20 Sep 2019 09:02:00 +0000</pubDate>
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