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 Liebeszeitung - Liebe, Lust und Sex
Warnung! Teile dieser Texte könnten mithilfe menschlicher Intelligenz erzeugt worden sein.

Heute schon Unzucht getrieben?

Unzucht im Mittelalter - 16. Jahrhundert
Einst war es klar: Der Mensch, der Unzucht treibt, fügt sich nicht in das, was Theologen die „göttliche Ordnung“ nennen. Diese ging später in die gesellschaftliche Ordnung ein, und mit ihr wurde sie Teil der „bürgerlichen Wohlanständigkeit“. Wer sich nicht daran hielt, wurde bezichtigt, an Ausschweifungen teilzunehmen. (1)

Und dann waren da noch die „Unzuchtverbrechen“, die Meyers Lexikon von ca. 1890 so beschreibt (2):

Unzuchtverbrechen (ist die) Gesamtbezeichnung für diejenigen strafbaren Handlungen (Unzuchts-, Sittlichkeitsdelikte, fleischliche Vergehen), durch welche die nach der ethischen Volksanschauung dem Geschlechtsverkehr gesetzten Schranken gröblich verletzt werden.

Des Fleisches Sünden

Anderwärts lesen wir von der bürgerlichen Form der „fleischlichen Sünden“, die nun zu „fleischlichen Vergehen“ wurden. Und sie konnten geahndet werden, wenn das „gesunde Volksempfinden“ (3) aufseiten der Juristen war. Manchmal reichte es auch, Menschen zu verdammen, wenn die „Volksethik“ es so wollte. Oder einfacher ausgedrückt: wenn die Moralapostel die Oberhand gewannen, dann war Sex häufig Unzucht.

Wer kein Jurist oder Theologe ist, wird kaum noch durchblicken. Was, um des Himmels, des Teufels oder der Menschen willen ist denn nun ein fleischliches Vergehen (delicta carnis), eine Sünde oder dergleichen?

Begriffsverwirrung durch die "Gelehrten"

Einfach wird es nicht. „Sex haben“ ist nicht immer Unzucht. Und selbst das, was nüchterne Menschen als „Geschlechtsverkehr“ beschreiben, ist nicht genau das, wozu die US-Amerikaner neuerdings „PiV“ sagen. (4).

Welcher Körperteil bei der Berührung betroffen ist? Wer genau wen in welcher Weise berührt – es ist schwierig. Und übrigens: Gut die Hälfte der Bevölkerung mancher Länder hält Oralverkehr nicht für Sex. (5)

Genug Verwirrung gestiftet? Na denn.

Ich nehme ja nicht an, dass meine Leserinnen und Leser zu jeder Zeit „züchtig“ sind, oder?

(1) Lexikon (historisch)
(2) Meyers Lexikon, gegen 1900
(3) https://www.dwds.de/wb/Volksempfinden">Volksmepfinden
(4) Penis in Vagina - PiV.
(5) Oralsex - ist es Sex?




Was ist jetzt eigentlich los mit den Lüsten aus „Shades of Grey“?

Schön schaurig in sinnlichen Träumen
Die “50 Shades of Grey” waren vor wenigen Jahren noch sehr populär – vor allem bei Frauen in mittleren Jahren, was zunächst verwundert. Doch später war klar: Die Menschen in der Mitte des Lebens hofften längst, ihre frivolen Träume irgendwo wiederzufinden.

Doch zurück zur Frage: Stehen die Lüste in den Shades und vielleicht noch andere „unanständige“ Träume immer noch so hoch im Kurs?

Allgemein kann man dreierlei sagen:

1. Sie stehen nicht mehr im öffentlichen Interesse.
2. Schläge sind weniger wichtig wie emotionale Unterwerfung.
3. Einige Praktiken wurden von Paaren in ganz normale Sexsituationen integriert.


Was eine Sextherapeutin meint:

Inzwischen kämen schon Paare zu ihr, die mit sich haderten, weil sie eben einfach nur auf normalen Sex stehen. Kink sei ja schließlich en vogue. Oder etwa nicht? Ob das wirklich der Fall ist, was als kinky gilt, welche Spielarten es gibt, was der Unterschied zum Fetisch ist und letztlich die Frage aller Fragen, woher diese besonderen Vorlieben kommen.

Die „Frage aller Fragen“ kann ich euch nicht beantworten – das mag schade sein oder auch nicht. Doch ob man sich nun auf Freud, Skinner, Rogers oder die Gehirnforschung beruft – ganz klar wird das „Feeling“ eben doch nicht. Die befragte Fachfrau antwortet in einem Podcast des RND mit viel Humor.

Überhaupt Humor – davon sollten sich unsere Fachfrauen und Fachmänner mal ein bisschen aneignen.

Mehr beim RND (Podcast)
Bild: © 2024 by Liebesverlag.de

Warum lassen sich Männer dominieren?

Durch Strenge Strenge und Erniedrigung Erleichterung bewirken?
Wenn du die Frage, welche Männer sich dominieren lassen und warum sie das tun, gibt es drei mögliche Quellen, um in die Nähe der Wahrheit zu kommen.

1. Es ist jederzeit möglich, Beiträge der Fachleute lesen, die „über“ solche Verhaltensweisen Bescheid wissen.
2. Du kannst diejenigen Männer befragen, die sich solchen Prozeduren unterwerfen.
3. Es ist aber auch möglich, die Frauen zu fragen, die Männer professionell oder in privaten Beziehungen dominieren.

Nie sollst du sie befragen ...

In der Praxis ist es so: Redakteurinnen und Redakteure verlassen sich am liebsten auf Fachleute, in diesem Fall also vor allem Psychiater und Psychotherapeuten. Fall dies nicht ausreicht, greifen sie auf Artikel anderer Autoren zu, die aus der BDSM-Szene stammen oder etwas aus diesen Kreisen erfahren konnten.

Die Männer, die es tun, sind in der Regel aus nahe liegenden Gründen schweigsam. Außerdem ist es sehr kompliziert, die Unterwerfung zu genießen und sie zugleich zu beobachten. Obgleich sie die „authentischsten“ Quellen darstellen würden, sind ihre Aussagen in der Praxis unzureichend oder nicht sachlich genug.

Im Grunde bleiben die Frauen übrig, die als dominante Person eine wesentlich bessere Beobachtungsposition einnehmen können. Hinzu kommt, dass sie „abgebrüht“ genug sind, um eigene Emotionen in den Hintergrund zu drängen. Doch bei ihnen spielt der Rotlicht-Effekt eine Rolle: Jemand, der offiziell zum „Milieu“ gezählt wird, ist keine verlässliche Quelle.

Die Motive - werden Männer selbstbewusster durch professionelle Erniedrigungen?

Um aus dem Dilemma herauszukommen, muss man dreierlei betrachten: Erstens die Motive der Männer, zweitens ihre Wünsche und drittens, warum die Peinigerin um jeden Preis eine Frau sein soll.

Unter den Wünschen spielen verbale Erniedrigung, körperliche Erniedrigung und Körperstrafen eine große Rolle.

Begründet wird das so:

Indem sie sich der Macht einer Frau ausliefern und jegliche Kontrolle aufgeben, können diese Männer wirklich „loslassen“ und sich in einer Kunstform des „Hier und Jetzt“ zu existieren. Im Land der Verlierer zu sein, enthebt sie jeder Verantwortung und jeder Kontrolle über die Situation.

Berichtet wird noch von einer ganz anderen Motivation: Obgleich diese Männer ein äußerlich stabiles „Selbstwertgefühl“ haben, fürchten sie doch die Möglichkeit, abzustürzen. Wenn sie nun in einer Sitzung mit einer strengen Dame als „Verlierer“ bezeichnet werden, dann können sie diese Gefühle sozusagen „im Labor“ abarbeiten. Das heißt, sie können auf das dünne Eis gehen, ohne Gefahr zu laufen wirklich einzubrechen.

Das Spiel mit der Macht - ein Grundsatz der Unterwerfung

Solange es um verbale Demütigungen geht, gelten folgende Sätze, die sozusagen aus einem „Lehrbuch“ über Dominanz stammen: (1)

Die dominante Frau hat die Macht, Grenzen auszutesten und gegebenenfalls im Rahmen der Vereinbarungen zu überschreiten. Der unterwürfige Mann bekommt die Möglichkeit, intensive Empfindungen und Emotionen in einer sicheren und kontrollierten Umgebung zu erleben.

Das alles klingt nicht unvernünftig. Andererseits werden in derartigen Beziehungen nicht ausschließlich verbale Demütigungen benutzt, sondern auch Handlungen, Körperhaltungen und Verfahren ausgetestet, die alles andere als alltäglich sind. Nacktheit und Körperhaltung, das Tragen von Frauenkleidern, körperliche Erniedrigungen anderer Art, Bewegungseinschränkungen und andere Rituale sind oftmals Mittel, um besonders starke Emotionen zu durchleben. Auch die körperliche Züchtigung ist nicht ganz aus der Mode gekommen, besonders die Arten, die besonders konsequent ausgeübt werden sollen.

Wieder stellt sich die Frage nach den Gründen - und wieder gibt es keine Antworten darauf.
Sicher ist nur, dass sich die Männer durchaus darüber klar sind, dass sie sich in einer Ausnahmesituation befinden. Dennoch suchen sie die kleinen Sensationen, die ihnen diese Spielformen der Lust bieten.

Bleibt die Frage: Warum die Peinigerin oder Helferin bei der Verwirklichung der sinnlichen Wünsche eine Frau sein muss. Obgleich dies nie ganz klar wurde, warum das so sein „muss“, ist es für einen Mann ausgesprochen erregend, von einer schönen, selbstbewussten, gebildeten und erfahrenen Frau gedemütigt oder geschlagen zu werden.

(1) Das Zitat ist authentisch, stammt jedoch stammt aus einer Quelle, die hier nicht genannt werden kann.
Bild: Liebesverlag-Archiv © 2024

Große Geschäfte mit Gefühlen und Beziehungen

Menschen, die dringlich Partner suchen, geben viel Geld für die „Selbstverbesserung“ aus. Diejenigen, die keinen „Sport machen“, rennen in die Muckibuden, um Frauen zu imponieren. Frauen versuchen, ihr Äußeres auch in anderer Weise zu optimieren. Solange es sich um Kosmetik und Kleidung handelt, sind die Kosten und Mühen überschaubar. Wenn es ums Gewicht geht, kann es teuer werden und oft mehr schaden als nutzen.

Zwei Beratungs-Bereiche sind offenbar besonders teuer: „Coaching“, das überwiegend für Männer angeboten wird und Persönlichkeitsberatung, die bei Frauen nützen soll. Vielleicht ist es auch eher so, dass Männer lernen wollen, wie man Frauen „manipuliert“, während die Frauen selbst eher an der körperlichen oder mentalen Attraktivität arbeiten sollen. Erstaunlich ist, wie viele Coaches (Psychologen und Nicht-Psychologen) in Internet ihre Dienste zur „Persönlichkeitsoptimierung“ anbieten – wobei es eben auch um Gefühle geht. Ob es sich überhaupt lohnt, an Gefühlen „herumzuschrauben“ oder sich in „Beziehungsfähig“ verwandeln zu lassen, ist hochgradig umstritten.

Der dritte Bereich, in den beide Geschlechter viel Geld investieren, sind allerlei Partneragenturen – in den USA hört man von horrenden Geldsummen in der Gegend von etwa 10.000 US-Dollar. Auch in Deutschland steigen die Preise – sowohl bei Agenturen, die behaupten, persönliche Dienste anzubieten wie auch bei Online-Partnerdiensten.

Wie viel Geld in Coaching investiert wird, geht aus einem Bericht der Tagesschau hervor.Eine kleine vierstellige Summe“ soll es angeblich sein, die Männer darin investieren, in die angeblichen „Geheimnisse“ der Partnersuche eingeführt zu werden.

Einen Tipp kann ich jedem auf den Weg geben: Je mehr du anderen vertraust, umso teurer wird es. Und je dringender du dich nach einem Partner (einer Partnerin) sehnst, umso schwieriger wirkst du auf andere. Was nützt, sind Selbstvertrauen, Beharrlichkeit, Vernunft, Toleranz und Gelassenheit.

Frauen, soziale Korrektheit und Diktatoren des Geistes

Menschen mit heftig abweichenden Gefühlen von dem, was als „Standard“ gilt, sind angeblich männlich. So jedenfalls steht es in vielen psychologischen Publikationen.

Hetero, Bi udn andere Etiketten

Frauen, die sich als heterosexuell bezeichnen, aber dennoch Bi-Wünsche haben und sie auch dann und wann ausleben, gelten immer noch als Exoten. Würden sie sich zu „ihrer Bisexualität bekennen“, dann wären sie wenigsten in der Szene geduldet – aber wenn sie einfach machen, was sie wollen und wie sie es wollen, dann eher nicht.

Wie fühlen Feministinnen wirklich?

In den letzten Jahren fielen mir viele Frauen auf, die mit starken feministischen Argumenten für „die Sache der Frauen“ kämpften, ohne jemals darüber zu sprechen, wie sie ihren eigenen Gefühlshaushalt im Gleichgewicht halten. Mit anderen Worten: Abseits von der Frage, wie sie die Gesellschaft umbauen wollen – haben sie jemals daran gedacht, sich selbst auch „umzubauen“?

Welche Rolle spielen "Kinks" bei Frauen?

Und was, wenn Themen wie „Kinks“, also meist gewollte Abweichungen von sexueller Normalität, in Frauen aufflackern? Würden sie zugeben, andere zu verführen? Wurden sie jemals verführt? Oder wenn nicht: Was begeistert sie daran, selber sinnlich leiden zu wollen oder anderen lustvolle Leiden zuzufügen?

Wer wird gezwungen, etwas zu fühlen?

Was ist mit den Emotionen passiert? Wer weist wem zu, etwas sein oder fühlen zu müssen, was er/sie selber gar nicht sein oder gar nicht fühltl? Sich als etwas zu bezeichnen, was er/sie als Etikett ansieht? Warum sollte sich jemand zu etwas „bekennen“, wenn es nichts zu bekennen gibt? Die Möglichkeit des Andersseins oder des Andersdenkens muss jedem offenstehen – sie darf nicht durch ideologische Barrikaden verbaut werden.

Eine neue Diktatur des Geistes im Gewand des "Guten"?

Manchmal habe ich den Eindruck, dass sich ein Teil der Menschen abgesondert hat, um die Diktatur der „sozialen Korrektheit“ einzuführen, während andere inzwischen das Maul halten, um nicht ihre Opfer zu werden. Und nein – das betrifft nicht ausschließlich Frauen. Es ist eine sonderbare Haltung, die mit Edelmut, Wertschätzung und Gerechtigkeit wirbt, aber im Hintergrund eine neue anti-demokratische und vor allem anti-liberale Geisteshaltung durchzusetzen versucht.

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