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 Liebeszeitung - Lüste, Liebe, Beziehungen und viel mehr.

Tacheles – die Generation „Z“ und ihr „Dating“ unter Etiketten

Wenn sich zwei Leute zwanglos treffen, um miteinander festzustellen, ob aus ihren vielleicht ein Paar wird – dann läuft das heute unter dem „Label“ Dating. Die Hyänen des Internets haben sich inzwischen in den Kopf gesetzt, jeder Art von Regung mit einem eigenen Etikett zu belegen. Also jede Absicht, jede Situation und jede Beziehung. Wenn jemand ein Kribbeln dabei verspürt, sind es jetzt „Vibes“.

Vibes sind das, was früher Schmetterlinge waren, also eine höfliche Umschreibung all der Vorgänge, die dabei in Unterleibern ausgelöst werden.

Gerade hat wieder jemand etwas erklärt – zum Beispiel „Wildflowering“, also etwas Blumiges, das organisch wächst. Mag ja sein, dass da außer im Unterleib noch mehr „organisch“ passiert, aber im Grunde geht es doch darum, sich rückhaltlos zu „verlieben“.

Und der ganze Rest der Etiketten? Dummes Scheinwissen, in immer neuen Verpackungen angeboten.

Mal ein offenes Wort dazu: Wer sich als Person ein Etikett aufklebt, der wertet sich um – auf oder ab, je nachdem. In jedem Fall aber spricht nicht mehr die Person … und jede wirkliche Person würde sich dagegen wehren, sich ein Etikett auf die Stirn zu kleben oder kleben zu lassen.

Wie die Romantik die Realität überdeckt

Das Völkchen der Romantiker, von dem ich auch einige Vertreter in meiner Leserschaft vermute, hört gerne Geschichten.

Eine der Fragen, die dabei gestellt werden, ist immer wieder: „Wie habt ihr euch eigentlich kennengelernt?“ Erwartet wird eine romantische Geschichte - was sonst?

Keine Romantik ist euch eine - Apps, Webseiten umd Zeitungsanzeigen

Ja, wie sagte man dies, wenn man sich über eine „App“, eine Webseite oder gar über die Zeitung kennengelernt hat?

Wer da erzählt, der dichtet in der Regel etwas zusammen. Die unglaublichen Zufälle, die anfängliche Zurückhaltung, ein unerwarteter Kuss oder eine ebensolche Umarmung.

Die meisten Geschichten aus der Realität sind halb wahr, halb erdacht. Ich selber habe meine jetzige Frau auf einem Flughafen kennengelernt. Das ist wahr – aber die Umstände waren natürlich ganz anders – ich war dort mit ihr verabredet. Solche Geschichten lassen sich in vielen Formen abwandeln, damit sie einen Hauch von Romantik bekommen.

Die Liebe auf den ersten Blick

Als ich begann, Fragen im Umfeld der Liebe zu beantworten, wurde ich oft gefragt: „Gib es Liebe auf den ersten Blick?“ Wer es ernsthaft prüfen will, müsste viele Fakten zusammentragen – doch die gibt es meist gar nicht. Fragmente, Erinnerungen, Gefühle – das ist alles. Wenn das Pärchen vor und sitzt, werden n wahrscheinlich beide sagen, „das Gleiche empfunden zu haben.“ Das ergibt dann ein abgerundetes romantisches Märchen.

Widersprecht nicht, wenn ihr die wahre Geschichte eines solchen Paares kennt und wisst, dass alles ganz anders war. Nach zehn, zwanzig oder gar vierzig Jahren erzählt, verklärt sich der Beginn einer Beziehung immer mehr. Was bleibt, ist die Erinnerung an einige Gefühle besonderer Art, die sich gut erzählen lassen – aber selten die ganze Wahrheit widerspiegeln.

Verflixt, das Neue lässt auf sich warten …

Mein Versprechen, im Jahr 2026 „etwas“ an der Liebeszeitung zu ändern, konnte ich nur unzureichend erfüllen. Kurz gesagt: Das Denken außerhalb der festgefahrenen Muster ist offenbar nicht gut „angekommen“. Einfach schade? Zeiterscheinung? Meine Schuld?

Was heute gelesen wird, sind Artikel über „Versprechungen". Das heißt: Redakteure oder Redakteurinnen preisen etwas „Positives“ an, von dem sie irgendwo gelesen haben. Da „Soziale Netzwerke“ offenbar als verlässliche Quellen dienen, kommen sie ebenso infrage wie irgendwelche Umfragen unter „unseren Mitgliedern“.

Bei der „richtigen“ Forschung ist ebenso unklar, warum Studien unter ein paar Hundert Studierenden ein Bild der „aktuellen Situation“ aller Menschen widerspiegeln sollen. Zumal, wenn man entsprechend blauäugig ist und alles glaubt, was aus der Forschungsecke kommt.

Seit ich meinen Artikel über Änderungen im Jahr 2026 zum Thema veröffentlicht habe, hat sich daran nichts geändert.

Gut, und was konnte ich daran korrigieren?

So gut wie gar nichts – die Druck-Erzeugnisse und Webseiten des „Mainstreams“ locken diejenigen an, die auf Wunder hoffen – egal unter welchem Deckmäntelchen. Sicher gibt es Ausnahmen, aber die fallen bedauerlicherweise meist unter den Tisch.

Wo bleibt die eigene Wirklichkeit?

Schon 1976 – also vor 50 Jahren – beklagten einige Autoren (1),

„… dass der Glaube, es gäbe nur eine Wirklichkeit, die gefährlichste aller Selbsttäuschungen ist.“

Zeit der Glaubenssätze - die "eine" Wirklichkeit

Damals gab es noch kein Internet. Wenn überhaupt jemand Einfluss auf eine „einheitliche ethische Weltsicht“ hatte, waren es die christlichen Religionen, die Ideologien und das sogenannte „Volksempfinden“.

Geblieben ist die Selbsttäuschung sowie das ständige „herumreparieren“ an den Rissen dieser Denkgebäude. Sie werden „schöngeredet“, um den Schein der Wirklichkeit aufrechtzuerhalten.

Schaffen wir unsere Wirklichkeit - und reden wir darüber

In Wahrheit aber ist die Wirklichkeit stets auf Reisen und erfindet sich neu – und das sollte ein Anlass sein, uns auf uns selbst zu konzentrieren. Damit legen wir auch die Grundlagen, mit einer Handvoll Menschen eine „wahrscheinlichere“ Wirklichkeit zu bilden.

Fragen - gibt es Antworten?

Anders denken? Nicht mit den Massen gehen? Eigene Wege suchen? Etwas für sich selbst und an sich selbst zu ändern? Das alles ist anstrengend. Möglicherweise zu herausfordernd, um gelesen, aufgenommen und verwirklicht zu werden?

Ich denke darüber nach. Gibt es noch jemanden, der es auch tut?

Dann hätten wir vielleicht ein neues Thema - wie schon einmal, Anno 1976.

(1) Buch: "Wie wirklich ist die Wirklichkeit", Zitat aus dem Vorwort , München 1976

Das einfache Prinzip – gute Partner(innen) sind schnell weg

Wenn eine Ware bekannt für ihre ausgezeichnete Qualität ist, dann ist sie normalerweise teuer, manchmal auch knapp. Die Waren, die nicht ganz so begehrt sind, mögen ebenfalls ausgezeichnete Qualitäten besitzen, kosten aber deutlich weniger.

Tatsache ist, dass wir bei der Partnerwahl zu oft danach suchen, eine ausgezeichnete Qualität zu erwerben. Sie soll strahlende Schönheit, ungebrochene Gesundheit, überdurchschnittliche Körperkraft und ein gehobenes Einkommen besitzen. Wir erkundigen uns, aus welchem „Stall“ sie kommt, welche Bildung sie besitzt und ob sie sich eine Familie wünscht.

Natürlich sind das alles nur Illusionen, was sonst?

Irgendwann wachen wir auf, reiben uns die Augen und finden uns auf einem Marktplatz wieder. Und wir sehen: Entweder sind die besten Exemplare dort nicht vorhanden, weil sie schon „weg“ sind. Oder sie haben sehr genau Vorstellungen, wie sie leben wollen – und wir wissen, dass wir dieses Leben nicht mitmachen wollen.

Je scheller du läufst, umso mehr verschwindet das Ziel der Parterschaft

Nun ist es soweit: Entweder wir gehen Kompromisse ein oder wir rasen weiter auf ein Ziel los, das immer weiter entschwindet, je schneller wir es zu erreichen versuchen.

Von den professionellen Märchenerzählern werden wir hören, dass es selbstverständlich dennoch klappen kann. Allerdings müssen wir vorher ihre Kurse buchen oder irgendeinen Dienst abonnieren. Und es gibt ganz sicher ein Beispiel, das sie dafür bei der Hand haben.

Diese Beispiele gibt es. Die Menschen die „dennoch“ Erfolg hatten, haben etwas anders gemacht als all die anderen, die den Ratschlägen nachgelaufen sind und „Wundermittel“ erprobt haben.

Lauft nicht den Massen nach - geht ihnen entgegen

Ich habe früher einmal geschrieben: „Ihr findet keinen Partner, wenn ihr in die Richtung lauft, in die alle laufen.“ Und die Begründung ist ganz einfach: Sobald ihr den Menschen entgegenlauft, sehen sie euch – und ihr seht sie.
Irgendwann wir eine Entscheidung fällig. Ich empfehle, darauf vorbereitet zu sein.

Neulich sagten zwei Suchende zueinander: „Ich würde niemals meinen Wohnort verlassen, um eine Partnerschaft zu beginnen.“

In diesem Moment habe ich gedacht: „Was, nicht einmal das?“

Ein Gedanke zur KI und "Liebe"

Bei der KI liegen Gebrauch und Missbrauch näher beieinander als bei einem Küchenmesser. Dabei interessiert nicht einmal, ob der Benutzer KI-Experte ist – auch Experten folgen dann und wann einem Irrweg. Übrigens so wie wir alle. Psychologen haben zwar die bessere Kenntnis „des Psychologischen“ – das heißt nun aber nicht, dass sie besonders gut einschätzen können, ob die andere Person in sie verliebt sind. Und das gilt eben auch für IT-Spezialisten, Software-Ingenieure und Programmierer.

Also bitte: Finger weg von der KI, sobald die eigene emotionale Zukunft betroffen ist.

Und das sagt jemand, der für Recherchen KI benutzt?

Klar – weil ich nicht allein die KI benutze, sondern mit ihr nach Quellen suche. Das ist nun wirklich etwas ganz anderes als sich seine eigenen Gefühle von einer Software erklären zu lassen.